Auktion 286 | 06.12.2018 11:00 Uhr | Zeitgenössische Kunst

Miquel Barceló | „Pop i Pa“

Miquel Barceló: „Pop i Pa“
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Los 948N – Highlight

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auf den Gebotszettel

Miquel Barceló

1957 Felanitx/Mallorca

„Pop i Pa“

Ton, farbig gefasst. 2002/2003. Ca. 70 x 90 x 13 cm. Verso signiert, datiert und betitelt.

Details

Ausstellung: Jablonka Galerie, Köln 2006 , mit Abb. S. 23.

Provenienz: Jablonka Galerie, Köln;
Privatsammlung, Schweiz.

Beschreibung

„Pop i Pa“ – der Tintenfisch und das Brot beherrschen diese Komposition. In der Mitte des Reliefs befindet sich der Tintenfisch, seine sechs langen Arme umgreifen die übrigen Gegenstände des Bildes. Zwei der Arme umschlingen das rechts unten liegende Brot. Das Relief aus Ton steht thematisch in direktem Zusammenhang mit der Petruskapelle in der Kathedrale von Palma de Mallorca. Mit der Gestaltung der Kapelle schuf der spanische Künstler Miquel Barceló eines seiner zentralen Werke. Die Ausstattung der Kapelle hat ein biblisches Wunder zum Thema: Die Vermehrung von Brot und Wein bei der Speisung der Fünftausend. Barceló greift es in einer mediterran geprägten Variante auf, Brot und alle „Früchte des Meeres“ zieren die Wände. Betritt man die Kapelle, scheint es, als wandele man auf dem Boden des Meeres. Barceló ist in Felanitx geboren und besitzt als ein Sohn der Insel eine enge Verbindung sowohl zum Meer als auch zum Werkstoff Ton. Aufgrund der besonderen Qualität des dort vorkommenden Tons war Barcelós im Südosten der Insel gelegener Geburtsort bereits in der Römerzeit bekannt für Steingut. Die Gestaltung in Ton ist für den Künstler eine Form von Malerei, er schätzt das Pure, Erdverbundene und die Fragilität des Materials. Barceló schlüpft in die Rolle des Alchemisten und transformiert die Scholle, den Lehm in ein Artefakt. Dies geschieht unter Einsatz des ganzen Körpers, er traktiert den Ton mit Fausthieben, kratzt, haut und schiebt das Material. Finger-, Hand- und Fußabdrücke geben davon Zeugnis. Beim Trocknen ergeben sich zufällige und unabsichtliche Formveränderungen. Das Material wird rissig oder es entstehen Spalten, die der Oberfläche eine einzigartige Anmutung verleihen. Miquel Barceló sagt hierzu, diesen Prozess wollte er nie steuern. Hierin liege das anrührende, wahrhaftige und bewegende seiner Keramiken. Mit ihnen sei ihm gelungen, was die Leinwand verwehrt, der Malerei einen Körper zu geben. An dieser Stelle verknüpft sich die Traditionslinie mit einem anderen großen spanischen Maler, der sich intensiv mit dem Werkstoff Ton auseinandersetzte: Pablo Picasso. – Sehr guter Zustand.

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