Auktion 294 | 05.12.2019 18:00 Uhr | Ausgewählte Werke | TEIL I (Moderne & Zeitgenössische Kunst)

Pol Bury | Ponctuation érectile

Pol Bury: Ponctuation érectile

Los 641

  • Ergebnis:  62.500*

Pol Bury

1922 Haine-Saint-Pierre – Paris 2005

Ponctuation érectile

Metallstäbe und Hartfaserplatten, bemalt, mit dem Original-Motor. 1958. Ca. 41,5 x 41 x 21,5 cm.

Details

Das Werk ist im Online catalogue raisonné unter der Nummer Nr. R 084 registriert. Wir danken Gilles Marquenie dem Autor des Pol Bury Online Catalogue Raisonné für die freundliche Unterstützung bei der Katalogisierung dieses Werks.

Provenienz: Ghérasim Luca, Brüssel (Geschenk des Künstlers Ende 1958);
Privatbesitz, Deutschland.

Beschreibung

„Nach meinem Gefühl muß man nicht vor der Grenze Skulptur/Gemälde stehen bleiben, die beiden werden sich miteinander vermischen, und die Konvention, die sie trennt, ist keine Notwendigkeit“. (Pol Bury. Brief an Roger Bordier, 17. Januar 1955, in: Katalog Pol Bury, Kestner-Gesellschaft, Hannover 1971, S. 37). Die seltene, frühe Arbeit „Ponctuation érectile“ aus dem Jahr 1958 steht ganz am Anfang einer Serie kinetischer Werke, in denen Pol Bury Elektromotoren als verborgene Kraftquelle zum Einsatz bringt. Erst im Jahr zuvor beginnt er damit zu arbeiten und greift so Impulse auf, die sich in der belgisch/französischen Kunstszene der Nachkriegszeit bereits klar offenbaren. Mit der legendären Ausstellung „Le Mouvement“ greift die Pariser Galeristin Denise René 1955 eine Strömung auf, die damals sozusagen „in der Luft“ liegt. Künstler wie Calder, Duchamp, Vasarely, Agam, Bury und Soto arbeiteten daran, wenn auch auf ganz unterschiedliche Weise, die Zwei-Dimensionalität zu überwinden, Bewegung ins Bild zu holen und so mit jedem Bild ein eigenes Raum-Zeit-Kontinuum zu schaffen. Die optische Vervielfachung der Perspektive sollte ihnen dabei helfen. Während Künstler wie Vasarely und Agam eine Illusion der Bewegung vermitteln, haben die motorisch bewegten Arbeiten von Pol Bury mit ihren langsamen, sich endlos wiederholenden Bewegungen etwas fast Statisches. Die Langsamkeit und Schwerfälligkeit der Bewegung ihrer Elemente ist das auffälligste Charakteristikum der Arbeiten Pol Burys. Sie bestehen aus einer kontinuierlichen, fast rhythmischen Folge flüchtiger Bildeindrücke, so wie man sie sonst nur aus der Natur kennt, wenn man die Brandung des Meeres oder Wolkenformationen am Himmel betrachtet.

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