Auktion 276 | 31.05.2017 16:00 Uhr | Moderne Kunst

Adolf Erbslöh | Gebirge

Adolf Erbslöh: Gebirge

Los 413 – Highlight

  • Ergebnis:  91.300*
  • Auktionsinfo

    Moderne Kunst
    31. Mai 2017

    Los 600 – 659 (unter € 1.000)                  16 Uhr
    Los 500 – 596                                   ca. 16.30 Uhr
    Los 400 – 447  (Ausgewählte Werke)      18 Uhr

     

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Adolf Erbslöh

1881 New York – Irschenhausen 1947

Gebirge

Öl auf Pappe. 1911. Ca. 36,5 x 47 cm. Signiert unten links.

Details

Salmen/Billeter 1911/12.

Wir danken Frau Dr. Brigitte Salmen für ihre umfangreiche Unterstützung bei der Katalogisierung dieses Werkes.

Literatur: Wille, Hans, Adolf Erbslöh 1881-1947, Wuppertal 1967, Nr. 68.

Ausstellung: Barmer Kunstverein, Barmen, wohl Mai oder Oktober 1912;
8. Ausstellung des Kunstsalons Paul Cassirer, Berlin 1.5.-15.5.1913.

Provenienz: Carl Ferdinand Holzrichter (um 1912 direkt vom Künstler erworben);
ab 1948 Stiftung Holzrichter, Tamsweg/Tirol;
Privatsammlung, Österreich.

Beschreibung

Frau Dr. Brigitte Salmen schreibt zu diesem Bild: „Adolf Erbslöh, in New York geboren und ab dem sechsten Lebensjahr in Wuppertal-Barmen aufgewachsen, ging zum Studium der Malerei zunächst nach Karlsruhe, dann in das Kunstzentrum München, das für viele weitere Jahre zu seinem Lebens- und Schaffenszentrum werden würde. Hier wandte er sich den neuen expressiven Ausdrucksformen zu, die er Anfang 1909 als Gründungsmitglied der „Neuen Künstlervereinigung München“ zusammen mit Wassily Kandinsky, Alexej Jawlensky, Marianne von Werefkin, Gabriele Münter, Alexander Kanoldt und anderen maßgeblich und aktiv vorantrieb. Dieser Künstlerkreis entwickelte eine in Farben und Formen neue Kunst, die nicht mehr das Naturabbild erfassen, sondern den individuellen Eindruck im Bild wiedergeben wollte. Die Kunst sollte „von allem Nebensächlichem befreit werden, um nur das Notwendige verstärkt zum Ausdruck zu bringen“. In enger Verbindung mit den Malerkollegen entwickelte Erbslöh seine besondere individuelle Handschrift und gestaltete nicht nur ausdrucksstarke Stadtansichten, Akte, Porträts und Stillleben, sondern fand besonders in der Natur inspirierende Impulse, die seinem Naturgefühl entsprachen und die seinen Bildern einen ganz eigenen, intensiven Charakter gaben. Ab 1911 konzentrierte er sich fast ausschließlich auf die Landschaftsmalerei. Hierbei inspirierten ihn vor allem Gebirgslandschaften, vor denen er seine Bilder in dunklen und schweren, aber leuchtenden Farben entwarf. Im Sommer des Jahres fand Erbslöh zu imposanten, formal auf die Grundformen reduzierten Ansichten der Bergmassive bei Brannenburg am Inn. Am traditionellen Motiv der Landschaft entwickelte er hier seinen eigenständigen, freien Stil weiter, der sich durch eine formale Strenge auszeichnete. Beispielhaft für diese neue Bildgestaltung und Bildqualität ist das vorliegende Gemälde „Gebirge“, in dem die Flächen, in Konturen erfasst, und die leuchtenden Farben in eine kraftvolle, spannungsvoll rhythmisierte Komposition gefasst sind. Formal klar in vertikalen Ebenen aufgebaut, bestimmen die wogenden Gipfel des Bergmassivs, scharf abgesetzt gegen den viel helleren Himmel, den oberen Teil der Komposition. Der für ihn typische farbliche Grundakkord von Grün- und Blautönen mit wenigen kontrastierenden Violett- bis Orangetönen wird hier durch den dünnen Malauftrag, der den fast weißen Malgrund teilweise freilässt, aufgehellt. Die Basisfarbe der Malunterlage wird somit in die Farbkomposition mit integriert. In den Städten Elberfeld und Barmen, erst im Jahr 1929 zur Stadt Wuppertal vereint, entstanden in den 1910er Jahren wichtige Sammlungen für Gegenwartskunst. Wie auch die Familie Erbslöh gab es hier vermögende, kulturell engagierte und für diese neue Kunst offene Bürger, neben z.B. August Freiherr von der Heydt oder Carl Neumann auch den Textilfabrikanten Carl Ferdinand Holzrichter. Holzrichter erwarb dieses Gemälde „Gebirge“ direkt von Adolf Erbslöh, möglicherweise schon ca. 1912, als es im Barmer Kunstverein ausgestellt war. Das Werk blieb über viele Jahrzehnte in der Familie Holzrichter und wurde ab 1948 in seine Stiftung nach Tamsweg/Tirol überführt.“

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