Auktion 284 | 09.11.2018 11:30 Uhr | Druckgrafik

Rembrandt Harmensz van Rijn | Adam und Eva

Rembrandt Harmensz van Rijn: Adam und Eva
Rembrandt Harmensz van Rijn: Adam und Eva
Rembrandt Harmensz van Rijn: Adam und Eva

Los 298 – Highlight

  • Ergebnis:  87.500*
  • Auktionsinfo

    9. November 2018
    Alte Meister & Kunst des 19. Jahrhunderts – Druckgrafik

     

     

     

     

     

     

     

Rembrandt Harmensz van Rijn

1606 Leiden – Amsterdam 1669

Adam und Eva

Radierung auf Bütten mit Wz. „Strasbourg Lily“ (Hinterding, Rembrandt as an Etcher. Catalogue of Watermarks, Bd. 2, S. 360-361: Variante E‘.c.a.). (1638). 16,4 x 11,6 cm (Blattgröße).

Details

Bartsch 28; White/Boon 28 II (von II); Hinterding/Rutgers New Hollstein 168 II (von II).

Beschreibung

Ganz ausgezeichneter, tiefschwarzer Abdruck, mit Resten von Grat auf Adams Kinn und Augen, unterhalb von Evas Nase und auf ihrer linken Schläfe. Auf Plattenkante geschnitten. Hinterding datiert das Wasserzeichen, die Straßburger Lilie, um 1638. Die erste Edition des zweiten endgültigen Zustands wurde auf Papieren mit diesem Wasserzeichen gedruckt (Erik Hinterding, The New Hollstein 168, Vol. II, Text, S. 27). Es handelt sich somit um einen Frühdruck, wie auch die hervorragende Druckqualität nahelegt. So schön kommt das Blatt selten vor, da die Platte früh verloren ging. Von Nowell-Usticke mit RR bezeichnet. Das Blatt mit dem Sündenfall ist die einzige Darstellung von Adam und Eva im graphischen Werk von Rembrandt. Stilistisch gehört es noch dem Frühwerk des Meisters an. Entgegen der Bildtradition der Renaissance sind die beiden Ureltern nicht als ideal proportionierte Figuren, sondern ganz lebensnah und realistisch mit ungeschönten Körperformen und vielsagendem, fast karikiertem Mienenspiel beobachtet. Zaghaft greift Adam nach der verbotenen Frucht und hebt gleichzeitig warnend die rechte Hand, als wolle er Eva noch davon abhalten und an das göttliche Verbot erinnern. Dass beide letztlich doch davon probieren werden und damit Gottes Willen missachten, ist den Einflüsterungen der Schlange zu verdanken, die hier als Drache vom Baum der Erkenntnis herab die Wirkung ihrer Einflüsterungen beobachtet. In formaler Hinsicht hat sich Rembrandt für das Untier von Dürers Drachen in dem Kupferstich „Christus in der Vorhölle“ anregen lassen. Der trompetende Elefant im Hintergrund, den Rembrandt aufgrund eigener Studien nach der Naur überzeugend darzustellen wusste, ist als Tugendsymbol antithetisch zur Schlange aufzufassen. – In sehr gutem Zustand.

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