Auktion 294 || 05.12.2019

Carl Buchheister
„Silbergrundbild“ | Ergebnis: € 137.500*

In seinen frühen, noch rein figurativen Arbeiten setzt sich Buchheister meist allegorisch mit den Kriegserlebnissen auseinander. Doch schon bald wird sein Stil nüchterner und zeigt Anklänge der Neuen Sachlichkeit. 1923, in einer plötzlichen Wendung – mit Zügen einer Konversion – verschreibt Buchheister sich ganz der abstrakten Kunst. Seine künstlerische Entwicklung mündet ab 1925 und bis 1934 in seine konstruktiv-geometrische Stilperiode. Ab 1926 setzt er für seine Bildgestaltung vermehrt Kreisformen, Dreiecke und Quadrate ein. Im gleichen Jahr hat er seine erste Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie „Der Sturm“ in Berlin. Kurz darauf schafft er den künstlerischen, wenn auch nicht finanziellen, Durchbruch und gründet 1927 zusammen mit Kurt Schwitters und anderen die Künstlergruppe „die abstrakten hannover“. „Aus dem magischen Fundus seiner inneren Speicher malte er vielfältige Lyrik“, so schrieb Otto Piene 1997 über seinen Künstlerkollegen. Diese Lyrik entfaltet sich in dem vorliegenden Werk schon durch den silbernen Untergrund, der den tanzenden Kreisen auf den strengen horizontalen und vertikalen Rechtecken eine Leichtigkeit, aber auch Feierlichkeit, gibt. Mit dem formalen Mittel geometrischer Figuren, die auf der Bildfläche schweben, drückt Buchheister so subjektive, aber universal geltende Stimmungen und Erfahrungen aus.

Carl Buchheister
1890 – Hannover – 1964
„Silbergrundbild“ | Ergebnis: € 137.500*

Öl und Silberbronze auf Sperrholz. (19)27. Ca. 101 x 101 cm. Verso zweifach signiert, datiert, betitelt und bezeichnet. Verso farbige Pinselabstriche und Farbproben.

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