Kiki Smith

„Words Pass Through Me Now“

Details

Provenienz:
Galerie Barbara Gross, München;
Privatsammlung, Süddeutschland, bei Vorgenannter erworben.

Beschreibung

Bei „Words Pass Through Me Now“ handelt es sich sowohl formal als auch inhaltlich um eine ausgesprochen charakteristische Arbeit von Kiki Smith. Die großformatige Collage aus Nepalpapier von 2010 vereint alle wesentlichen Merkmale, die das facettenreiche Œuvre der in Nürnberg geborenen US-amerikanischen Künstlerin ausmachen: Der ungemein feinstoffliche Umgang mit Materialien, der unverkennbare filigrane Zeichenstil sowie ein narratives Element, mit dem sie nicht nur politisch-sozialen, sondern auch philosophischen Aspekten der menschlichen und vor allem der weiblichen Natur nachspürt. Der weibliche Körper spielt für Kiki Smith seit ihren künstlerischen Anfängen im New York der 1980er Jahre eine zentrale Rolle. Die soziokulturellen Veränderungen aufgrund der Folgen der AIDS-Epidemie, Diskurse um Sexualität, Gender sowie damit einhergehende feministische Aktivitäten setzte Smith bereits damals in lebensgroßen, völlig neuartigen Skulpturen aus Nepalpapier um. Dieses skulpturale Verständnis prägt im Kern auch all ihre Zeichnungen. „Words Pass Through Me Now“ lässt entfernt an eine „Pietá“ mit vertauschten Rollen denken: ein Mann hält eine schlafende oder leblose Frau im Arm. Ihre Augen sind geschlossen und ihre Worte durchströmen bzw. gehen auf den Mann über. Christliche Ikonographie und Spiritualität beschäftigen Kiki Smith seit ihren künstlerischen Anfängen. Der Gedanke, dass das Leben nicht mit dem Tod endet, ist ihr zutiefst vertraut.