Details

Ausstellung:
Joseph Beuys – Einwandfreie Bilder 1945-1985, München 2017, Kat.-Nr. 202, mit ganzs. farb. Abb. S. 257.

Provenienz:
Privatsammlung, Süddeutschland.

Beschreibung

Der Hase zählt von Anfang an zu den zentralen Motiven von Joseph Beuys, er steht für einen reichen Kosmos an Symbolen und Ideen. Beuys sieht in seiner hohen Beweglichkeit und seiner Schnelligkeit den Inbegriff einer inneren Wendigkeit im Denken, Fühlen und Wollen. Bereits 1965, in der ersten kommerziellen Galerieausstellung des Künstlers bei Alfred Schmela in Düsseldorf, war das Tier Thema. Beuys eröffnete die Ausstellung mit der Aktion „Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt“. Die Galerieräume blieben zunächst verschlossen und das Publikum konnte lediglich durch ein Fenster zuschauen, wie Beuys, dessen Kopf mit Gold überzogen war, einem toten Hasen Bild für Bild erläuterte. Anlässlich der documenta 7 entstand 1982 der Goldhase oder Friedenshase. Vom Besitzer einer noblen Bar hatte der Künstler die Nachbildung der Zarenkrone Iwan des Schrecklichen erworben. Ein bekanntes Ritual der Bar war das Auffüllen der Krone mit Krimsekt. Für Beuys waren Krone und Ritual Symbole einerseits einer überkommenen Feudalherrschaft, andererseits Auswuchs der Wohlstandsgesellschaft . Ganz im Sinne seiner Vorstellung von Transformation hat der Künstler die Krone in Kassel im Rahmen einer Aktion eingeschmolzen, sie wurde gewandelt und aus ihr wurde Neues geschöpft. Am Ende sind ein Hase aus Gold, der sogenannte „Friedenshase“, und eine Sonnenkugel entstanden, später floss der Erlös der Arbeit in die Pflanzaktion der Eichen. Der Übergang von einem Zustand in einen anderen ist ein zentrales Thema im Werk von Joseph Beuys.