Auguste Renoir

Jeunes femmes dans un jardin

Details

Vollard I, 655; Dauberville III, 2028.
Mit einer Fotoexpertise von François Daulte, Lausanne, vom 20.7.1989 sowie einer Expertise von Guy Wildenstein, Wildenstein Institute, Paris, vom 24.4.2015.
Das Werk wird vom Wildenstein Plattner Institut, Paris, in das in Vorbereitung befindliche digitale Werkverzeichnis der Werke von Pierre-Auguste Renoir aufgenommen.

Ausstellung:
Collection David et Ezra Nahmad: Impressionisme et Audaces du XIXème Siècle, Musée Paul Valéry, Paris 2013, Kat.-Nr. 28, Abb. S. 112.

Provenienz:
Galerie Bernheim-Jeune, Paris, verso auf dem Keilrahmen mit „PH“ bezeichnet;
(Wohl) Davidson, Coe Kerr, New York;
Lawrence O’Hana Gallery, London, bei Vorgenannter ca. 1952 erworben;
Privatsammlung, bei Vorgenannter ca. 1957 erworben;
Christie’s, London 3.4.1989, Los 14;
Privatsammlung, Europa;
Privatsammlung, Schweiz.

Beschreibung

Zwischen 1890 und 1897 residiert Auguste Renoir gegenüber von Château de Brouillards in Montmartre in Paris, in dessen Garten wohl das vorliegende Gemälde entstanden ist. Diese Zeit ist für Renoir prägend, da 1894 sein Sohn Jean gegenüber der Parkanlage geboren wurde. Renoir malt in dieser Periode zahlreiche Gemälde, die das Leben und die Freizeitbeschäftigungen eines Teils der Gesellschaft im ausgehenden 19. Jahrhundert widerspiegeln: Das Haus, den Park und den Garten. Einen Eindruck von Montmartre zur Zeit Renoirs gibt das Bild „Scène de rue à Montmartre“ von van Gogh, in dem dieser die Mühle von Montmartre und die Umgebung zur Zeit von 1887 festhält.
Renoir bringt in dem vorliegenden Gemälde seine Faszination und gleichzeitige Bewunderung für die Künstler des 18. Jahrhunderts wie Antoine Watteau und Jean-Honoré Fragonard zum Ausdruck, wie die beiden Arbeiten „Das Liebesfest“ (Watteau) und „Die Schaukel“ (Fragonard) zeigen. Anknüpfend an die damalige Zeit stellt er eine Gruppe von Damen und Kindern dar, die eine kleine Rast beim nachmittäglichen Spaziergang durch den Park machen. Von seinen Vorbildern ausgehend, spannt er einen großen Bogen in die Zeit des Impressionismus und setzt die Gruppe in eine von der Freilichtmalerei geprägte Landschaft. Die Schönheit der Umgebung fängt er mit einer weichen Farbpalette und federleichten Farbakzenten ein und erzeugt damit eine harmonische, friedliche Stimmung.
Renoir hat sich in seinem künstlerischen Schaffen beinahe allen Bildthemen zugewandt, den Landschaften, Stillleben, Akten und Porträts. Als Porzellanmaler begonnen, avanciert er im Herbst seines Lebens zum Bildhauer. Mit großer Vorliebe widmet er sich immer wieder einem Sujet: der Frau. Auch in dieser Arbeit rückt er sie wieder in das Zentrum – diesmal nicht als Geliebte, Verwandte, Mädchen von der Straße, Hausmädchen oder Schauspielerin – sondern als elegante Dame im Park.