Franz von Stuck

Martha Butzer (1886-1976)

Details

Voss 568.

Literatur:
Danzker, Jo-Anne Birnie (Hrsg.) und Hardtwig, Barbara, Franz von Stuck. Die Sammlung der Villa Stuck, Eurasburg 1997, Kat.-Nr. 24, mit Abb. S. 105.

Ausstellung:
Dauerleihgabe, Villa Stuck, München 1991-2021 (Inv.-Nr. G-L 91 1-5);
Franz von Stuck. Gemälde, Zeichnungen, Plastik aus Privatbesitz, Augustinermuseum, Freiburg 1994 (außer Katalog).

Provenienz:
Sammlung Dr. Heinrich und Martha Butzer, Dortmund, seitdem in Familienbesitz.

Beschreibung

Verso mit dem Stempel der Kunsttischlerei G. Oberndorfer, München. Auf dem Rahmen zweifach handschriftlich nummeriert „1233“.

Nachdem sich der Dortmunder Bauunternehmer Heinrich Butzer bereits im Jahr 1921 von Franz von Stuck hat porträtieren lassen (vgl. Los 614), gibt er zwei Jahre später ein Porträt seiner Frau Martha in Auftrag. Im Nachlass des Künstlers befindet sich einen Fotografie Martha Butzers, die als Vorlage für das Gemälde diente (vgl. Danzker, Jo-Anne Birnie (Hrsg.) und Jooss, Birgit, Stuck und die Photographie. Inszenierung und Dokumentation, Katalog zur Ausstellung, München u.a. 1996, Kat.-Nr. 161, S. 163). Stuck verwendete, ebenso wie sein Kollege und Konkurrent Franz von Lenbach, von ihm selbst oder seiner Frau Mary im eigenen Studio angefertigte Fotografien als Vorlage, so dass die Dargestellten nicht während des gesamten Malprozesses im Atelier „Porträt sitzen“ mussten. Die Fotografien dienten nicht nur als bildliche Gedächtnisstütze, Stuck nutzte sie intensiv zur technischen Vorbereitung seiner Gemälde. Die Fotografie von Martha weist daher auf der Vorderseite charakteristische Ritzspuren auf sowie auf der Rückseite eine Kohlezeichnung entlang der Gesichtskonturen mit Pfeil und Maßangaben. Stuck optimierte für das Gemälde die Gesichtsproportionen mit etwas schmaleren Schläfen und einem höheren, gerundeten Haaransatz. Zudem vergrößerte er das Dekolleté, um die etwas füllige Figur der Dame schlanker wirken zu lassen.