Heinrich Carl Brandt

Bildnis des Prinzen Maximilian Joseph von Pfalz-Zweibrücken, des späteren Königs von Bayern, im Alter von 12 Jahren

Details

Mit einem schriftlichen Gutachten von Professor Dr. Helmut Börsch-Supan, Berlin, vom 30.11.2010.

Provenienz:
König Friedrich August III. von Sachsen (1865-1932), verso auf Etikett bezeichnet und nummeriert „73“, mit weiterem Etikett und angeschnittenem Sammlungsetikett „Wettin“;
Staatliche Kunstsammlungen Schloss Pillnitz, mit Stempel (nicht bei Lugt) und Inv. Nr. „S384“ (2) auf dem Keilrahmen;
Kunsthandel Rudigier, München;
Privatbesitz, Süddeutschland.

Beschreibung

Prinz Maximilian Joseph wurde als zweiter Sohn von Friedrich Michael, Herzog von Pfalz-Birkenfeld-Bischweiler, im Jahre 1756 geboren. Nach dem Tod seines Vaters kam er in die Obhut seines Onkels Christian IV. von Pfalz-Zweibrücken und wuchs vor allem in Straßburg auf. Die Mutter war zuvor „ob ihres losen Lebenswandels“ verstoßen worden. In diesem von Brandt ausgeführen Porträt trägt er der junge Prinz den pfälzischen Hubertusorden, den Hausorden der Wittelsbacher, der ihm an Ostern 1763 im Alter von sieben Jahren vom Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz verliehen wurde. Trotz der kindlichen Züge hat er eine stolze, schon herrschaftlichen Haltung eingenommen.
Nach der Ernennung von Johann Georg Ziesenis zum Hofmaler Königs Georgs II. von Hannover war Brandt in Mannheim der führende Porträtist. Er stammte aus Wien und studierte zunächst bei Jacob van Schuppen und im Anschluss bei Martin van Meytens d.J., der zu dieser Zeit Hofmaler unter Maria Theresia war. Spätestens nach dem Paris-Aufenthalt 1750–52 hatte er die Kunst des Porträts vervollkommnet, was zahlreiche am Mainzer und Mannheimer Hof entstandene Porträts wie auch dieses Bildnis des späteren Königs von Bayern belegen.