Mimmo Rotella

„Quasi un dramma“ – „Almoust a drama“

Details

Das Werk ist im Archiv der Fondazione Mimmo Rotella, Mailand, unter der Nr. 2620 DC 961/961 registriert. Mit einer schriftlichen Bestätigung vom 20.10.2020.

Ausstellung:
Ausstellung Ulmer Museum, 1974, S. 80, mit s/w Abb.;
Plakatabrisse, Ulmer Museum, 1975, verso auf dem Rahmen mit dem Ausstellungsetikett;
Strategie und Leidenschaft, Sammler in und um Ulm, Kunstverein Ulm 2006.

Provenienz:
Kunst-Börse, Galerie Müller, Köln, verso mit dem Etikett;
Privatsammlung, Baden-Württemberg, 1974 bei Vorgenannter erworben, im Erbgang an die heutigen Besitzer.

Beschreibung

Mimmo, eigentlich Domenico, Rotella ist der unumstrittene Meister der Décollage. Bereits in den frühen 1950er Jahren begann der Italiener in seinen „manifesti lacerati“, mit der besonderen Ausdruckskraft und Ästhetik einer verletzten, aus vorgefundenen Fragmenten zusammengesetzten Oberfläche zu experimentieren. Die Plakate, die sowohl in Mailand als auch in Paris in dicken Schichten an Litfasssäulen hingen, wurden vom Künstler gesammelt und dann Schicht um Schicht so lange reduziert, bis aus einem vermeintlichen Akt der Zerstörung etwas überzeugend Neues entstand. Im Arbeiten mit vorgefundenen Materialien stand Rotella natürlich in der Tradition des Kubismus, der Materialbilder und Collagen von Kurt Schwitters und der Pariser Affichisten, die bereits seit den 1940er Jahren aus Plakaten Kunst schufen. Erst ihm gelang es aber, der Décollage ihre autonome Stellung zu verleihen, sie zur eigenen Kunstform zu erheben und ihr die gestische Kraft zu verleihen, die seine Werke heute ausmacht. 1961, das Jahr, in dem „Quasi un dramma“ – „Almoust a drama“ entstand, hat für Rotella eine besondere Bedeutung: Es ist das Jahr, in dem er offizielles Mitglied der französischen Gruppe des „Nouveau Réalisme“ um den Kritiker Pierre Restany wird. Die Künstlergruppe, die zunächst von Nizza aus agierte, hatte es sich zum Ziel gesetzt, die informelle Kunst durch neue radikale Ideen voranzutreiben: Sie strebte eine „neue Annäherung der Wahrnehmungsfähigkeit an das Reale“ an, also eine möglichst schlüssige Symbiose von Alltag und Kunst. Mitglieder der Gruppe waren neben Mimmo Rotella u.a. Yves Klein, Arman, Jean Tinguely, Nicki de Saint Phalle, César und Daniel Spoerri.

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