Louis Gurlitt

Blick auf die Albaner Berge und die Aurelianische Mauer in Rom

Details

Provenienz:
Aus dem Nachlass des Künstlers;
danach im Familienbesitz;
danach Kunsthandlung Günther Franke, München;
Privatbesitz, Süddeutschland (von obiger Kunsthandlung 1971 erworben).

Beschreibung

Von Anfang 1844 bis Herbst 1846 lebte Louis Gurlitt in Rom, wo er sich eine Vielzahl neuer Motive bei Wanderungen in der Stadt und ihrer Umgebung erschloss. In vorliegender Darstellung erfasst er die Aurelianische Mauer und die Albaner Berge vom Monte Celio aus, und zwar genau von der Villa Mattei. Das Anwesen geht auf das 16. Jahrhundert zurück, in dem die weitläufigen Parkanlagen mit antiken Statuen, Säulen, Sarkophagen und anderen Bestandteilen der großen Antikensammlung der Familie Mattei geschmückt wurden. Neben dem „Casino“, also einer kleinen Villa, wurde ein halbrunder Platz angelegt, der als „Theater“ bezeichnet wurde, hier wurde 1587 der Kapitolinische Obelisk aufgestellt. Viele der Statuen und anderen Antiken wurden in der zweiten Hälfte der 1770er Jahre vom damaligen Besitzer Giuseppe Mattei verkauft, einige befinden sich heute zum Beispiel im Louvre, andere im Vatikan. 1917 wurde der ganze Besitz schließlich an den italienischen Staat verkauft, heute ist hier der Park Villa Celimontana. Unser Bild zeigt einen Blick von der äußeren, durch eine halbrunde Mauer markierten Einfassung des „Theaters“ eben auf die Campagna Romana, die Mauer und die Colli Albani. Heute befindet sich dort der Stadtteil Appio Latino. Die Einfassungsmauer des „Theaters“, auch als „Belvedere“ bekannt, ist heute noch da, aber den Blick kann man heute – auch wegen vieler hoher Bäume – nicht mehr nachvollziehen.

Wir danken Dr. Claudia Nordhoff, Rom, für die freundliche Unterstützung bei der Katalogisierung dieses Loses.