Adolf Erbslöh

Zwei Badende (am Chiemsee)

Details

Vgl. Salmen/Billeter 1933/3 und 1934/7.

Mit einer Echtheitsbestätigung des Fachkomitees Adolf Erbslöh, München, vom 26.1.2018. Bei einer Neuauflage des Werkverzeichnisses wird das Gemälde darin aufgenommen.

Literatur:
Wille, Hans, Adolf Erbslöh 1881-1947. Mit einem Katalog der Gemälde, Kunst- und Museumsverein Wuppertal u.a. 1967, Kat.-Nr. 182 (bei Salmen/Billeter ist in der Konkordanz zur Wille-Nr. 182 eine falsche Zuordnung unterlaufen.)

Provenienz:
Nachlass des Künstlers;
Privatbesitz, Süddeutschland, durch Erbfolge an den jetzigen Besitzer.

Beschreibung

Das Thema der Badenden, das Erbslöh schon vor 1914 beschäftigt hatte, lässt ihn auch in den 1930er Jahren nicht los. Er malt jetzt zum Teil lebensgroße weibliche Akte in der Landschaft, im Wald und an Gewässern. Dabei bezieht er sich auf klassische Darstellungen und greift auf seine akademische Schulung bei Ludwig Schmid-Reutte zurück. Die Auffassung der Natur, festgehalten in meist sonnendurchfluteten Ansichten, bleibt dabei impressionistisch orientiert. Die kurzen, fächerartig angesetzten Pinselstriche, mit denen er das Grün der Bäume erfasst, erinnern an seine kristalline Phase. Doch wird die Perspektive jetzt natürlicher wiedergegeben. Erbslöh beschreibt rückblickend 1931 seine stilistische Entfaltung wie folgt: „Meine künstlerische Entwicklung geht wohl vom Expressionismus über eine Periode des vom Kubismus beeinflussten, strengen, fast starren Bildaufbaus zu einem neuen Naturgefühl.“ Diese neue Verbindung zur Natur drückt sich auch in dem vorliegenden Bild aus, einer idyllischen Chiemseelandschaft, in der sich zwei weibliche Figuren ganz selbstverständlich in ihre Umgebung einfügen, Mensch und Natur vereint in einem paradiesischen Idyll. In Zeiten der politischen Unruhe schafft Erbslöh so friedliche, harmonische Gemälde. Dieser Rückzug in die Natur vollzieht sich auch auf realer Ebene: 1934 zieht Erbslöh in das landschaftlich geprägte Irschenhausen im Isartal.
– Auf neuem Keilrahmen.