Details

Bühler/Krückl 128

Provenienz:
Hampel Fine Art Auctions, München, 8.12.2007, Los 1567;
Privatbesitz, Süddeutschland.

Beschreibung

Rastszenen auf der Alm hat Bürkel in zahlreichen Versionen in immer wechselnder Berglandschaft und fantasievoll variierter Staffage dargestellt. Sie stellen gleichsam die Essenz von Bürkels Erzählkunst dar – immer ist das Wirtshaus angeschnitten ins Bild gerückt, befindet sich davor ein bühnenartiger Vordergrund, in dem verschiedene Personengruppen agieren, während dahinter sich der Blick ins Gebirge öffnet. Wie dabei verschiedene Tätigkeiten verrichtet werden, ist genau und mit Liebe zum Detail beobachtet: Auf unserem kleinen Gemälde hängt das Bettzeug über dem Balkon, unter dem vorkragenden Dach sitzen drei Männer bei der Brotzeit an einem Tisch, schräg links davor waschen zwei Mädchen in einem hölzernen Brunnen Wäsche und auf dem zentralen Weg, der am Gasthaus vorbeiführt, steht der Heuwagen, dessen Pferde gerade gefüttert werden. Bürkel zeigt ein Bild der Pause, des ruhigen Innehaltens und des geselligen Beisammenseins, das die Schwere des bäuerlichen Daseins in damaliger Zeit nicht ansatzweise erahnen lässt; die tägliche Arbeit ist weitgehend ausgeblendet. Bürkel wird damit zusammen mit Wilhelm von Kobell zum Stifter jener bayerischen Identität, die durch das Bild eines ländlichen, idealisierten Bayerns geprägt ist, das weit über das 19. Jahrhundert hinaus bis heute noch in unserer Vorstellung nachwirkt.