Paul Kleinschmidt

Garderobenstillleben

Details

Lipps-Kant 350.

Ausstellung:
„Paul Kleinschmidt“, Galerie der Stadt Stuttgart, Kunstgebäude, Stuttgart 26.3.-22.5.1983, Ostdeutsche Galerie, Regensburg 16.6-28.8.1983, Kat.-Nr. 80.

Provenienz:
Privatbesitz, Basel (ab 1949 und noch 1977);
Privatbesitz, Ulm.

Beschreibung

Gemalt im März 1939 in La Varenne. Aus den Garderoben- und Barszenen der Berliner Zeit entwickelt Kleinschmidt ab 1931 ein eigenes Genre für seine Stillleben. Statt der Frauen malt er nun die Gegenstände, die er mit ihnen assoziiert und die sie bestimmen. Es sind Dinge des täglichen Gebrauchs und ganz besonders Instrumente der Körperpflege und des Körperschmucks, die ihn faszinieren. In dem vorliegenden Gemälde finden sich rote, hochhackige Lackpumps, auf dem Tisch ein Zylinder und schwarze Schnürstiefel, davor ein Spiegel und ein Veilchenstrauß in einer Vase, ein Schuhlöffel auf dem Hocker, ein Strohhut mit Feder und davor weiße lange Handschuhe. Dies sind alles Requisiten, die in vielen seiner früheren Bilder mit Zirkustänzerinnen und -reiterinnen auftauchen. Dabei arrangiert Kleinschmidt die Gegenstände malerisch, lässt sie wie zufällig hingelegt erscheinen und ordnet sie doch kalkuliert zueinander. Die vielen Objekte drängen sich auf den Flächen und in einem Bildraum, der durch den bewegten Vorhang im Hintergrund zusätzlich begrenzt wirkt. Das Gefühl eines engen, intimen Raums wird dadurch noch verstärkt. Dieses Stillleben ist gleichzeitig eine Art indirektes Porträt der abwesenden Person und Hommage an die Weiblichkeit.