Lesser Ury

Häuser mit roten Dächern (Holland)

Details

Die Arbeit wird in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis der Gemälde, Pastelle, Gouachen und Aquarelle von Dr. Sibylle Groß, Berlin, aufgenommen.

Provenienz:
Privatsammlung, Berlin – New York;
Grisebach, Auktion 146, Berlin 9.6.2007, Los 135;
dort vom jetzigen Besitzer erworben, Privatsammlung, Berlin.

Beschreibung

1912 und 1913 bereist Ury Holland. Hier schätzt der Künstler besonders das klare Licht, das die Farben der Dünen und Häuser zum Leuchten bringt. Dabei geht es in seinen Pastellen nicht einfach um die Wiedergabe der den Dingen anhaftenden Eigenfarbe. Stattdessen studiert er „die Veränderungen, denen diese Eigenfarbe durch die Entwicklung atmosphärischer Einflüsse und durch das nachbarliche Zusammenstoßen verschiedenartiger Farbenelemente ausgesetzt ist“, wie Franz Servaes schon 1931 in einem Artikel schreibt. Ury lässt also die Komplementärfarben Rot und Grün – hier das helle Rot der Dächer, dort das gelbliche Grün der Gräser – aufeinanderstoßen. Gleichzeitig werden diese intensiven Farben von den farblich neutralen, fast weißen Flächen des Himmels und des Sandes eingerahmt. Doch interessierte Ury sich nicht nur für die Farbgebung der Szene. So schuf er 1919 eine Radierung mit dem Titel „Holländische Fischerhütten“, die genau diese Darstellung gespiegelt wiedergibt (siehe Rosenbach, Detlef, Lesser Ury. Das Druckgraphische Werk, Nr. 41). In dieser wirkt die Formensprache mit der Unterteilung in helle und dunkle Bereiche sowie den spitzen Formen der Dächer für sich alleine. – Verso umlaufend Montagereste. Allgemein farbfrisch und sehr schön.