24. Juli 2020

Nachbericht zu den Auktionen 296 & 297 | Stärkstes Saisonergebnis der vergangenen zehn Jahre

 

PDF | Nachbericht zu Auktion 296 & 297 Moderne & Zeitgenössische Kunst
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Mit zwei Weltrekorden und Spitzenergebnissen setzen die Sommerauktionen von KARL & FABER in schwierigen Zeiten ein Zeichen der Zuversicht

– Beim Münchner Kunstauktionshaus KARL & FABER schießt Max Liebermanns Allee im Tiergarten (Los 403) weit über den Schätzpreis hinaus und erzielt über eine halbe Million Euro

Frauen in der Kunst sorgen für zwei Weltrekorde: Jorinde Voigts Perm I, II und III (Los 845) fährt mit € 175.000* so viel wie noch nie ein, Pierre-Paul Girieuds Portrait d‘Émilie Charmy (Los 400) kann den Schätzpreis mehr als verdoppeln – auf den neuen Höchstpreis von € 75.000*

Mit innovativen Auktionskonzepten wie Made in Munich, einer Solidaritätsauktion mit Münchner Galerien, und der ersten live übers Internet übertragenen Real-Time-Online-Auktion wirkt KARL & FABER im ersten Halbjahr 2020 wegweisend für die gesamte Branche

KARL & FABER und seine Kunden können trotz Krise zuversichtlich in die Zukunft blicken. Die gerade abgeschlossene Sommersaison brachte dem Münchner Kunstauktionshaus das beste Halbjahresergebnis der vergangenen zehn Jahre. „Angesichts eines Volumenrückgangs um 80 Prozent auf dem internationalen Markt haben sich die hiesigen Häuser gut geschlagen“, sagt Dr. Rupert Keim, Geschäftsführender Gesellschafter von KARL & FABER. „Obwohl man gerade nur auf Sicht fahren kann, haben wir unsere Lose sehr gut verkauft und damit die Erwartungen der Einlieferer weit übertroffen. Mit einem Gesamterlös von acht Millionen Euro* fürs erste Halbjahr haben wir in diesen schwierigen Zeiten ein hervorragendes Ergebnis erzielt. Einige Werke haben ihren Schätzpreis verdoppelt oder verdreifacht.“ (Siehe auch beiliegende Top Ten und Ergebnislisten.)

Bei den Auktionen 296/297 am vergangenen Donnerstag waren unter anderen die großen Namen der Moderne sehr gefragt. So erzielte Max Liebermanns Allee im Tiergarten mit Spaziergängern, einer Droschke und einer Straßenbahn (Los 403) mit € 512.500* den Höchstpreis in der Abendauktion sowie für ein Werk des Künstlers über die zurückliegenden zwölf Monate. Das Berliner Sujet aus dem Spätwerk des deutschen Impressionisten war mit € 250.000 an den Start gegangen. Nach einem kurzen, aber heftigen Bietergefecht konnte ein privater Sammler aus Berlin das Gemälde für sich gewinnen. Dieser ersteigerte auch Lesser Urys Kurfürstendamm bei Nacht (Los412) für € 275.000* (Taxe: € 140.000/200.000). So konnten beide Gemälde in ihre Heimatstadt zurückkehren.

Ob Pablo Picassos Homme à l’agneau, mangeur de pastèque et flûtiste (Los 432), Marc Chagalls Intérieur jaune (Los 433), Wassily Kandinskys Kochel – Gebirgslandschaft mit Tannen (Los 406) oder Emil Noldes Blumen mit roten und violetten Blüten (Lilien und Iris) (Los 418), um die sich sechs Bieter rissen – die Beträge in den Top Ten sind durchgängig sechsstellig und liegen meist weit über dem Schätzwert. František Kupkas Abstrakte Komposition (Los 603) erreichte nach einem ausgeprägten Bieterwettstreit die höchste Steigerungsrate um 45 Prozent – von € 14.000 Schätzwert auf ein
Ergebnis von € 43.800*.

Bei beiden Sommerauktionen waren Frauen in der Kunst ein großes Thema. „Umso erfreulicher, dass Pierre-Paul Girieuds Porträt seiner fauvistischen Künstlerkollegin Émilie Charmy (Los 400) mit € 75.000* einen Weltrekord für sich verbuchen konnte“, erklärt Sheila Scott, Geschäftsführerin und Leiterin Moderne Kunst bei KARL & FABER. Das Pendant seiner Hommage an die damals dreißigjährige, französische Malerin hängt in der Münchner Städtischen Galerie im Lenbachhaus.

Der zweite Weltrekord geht auf das Konto von Jorinde Voigt. Ihr Triptychon Perm I, II und III (Los 845) besitzt für sie selbst einen hohen Stellenwert – offenbar auch für den Frankfurter Bieter, der ihr Frühwerk für € 175.000* erwarb. Die Schätzung lag bei € 80.000/120.000. „Wer an den streng konzeptionellen Anfängen der Künstlerin interessiert ist, konnte hier eine Arbeit von musealer Qualität und Größe ersteigern“, erklärt Dr. Julia Runde, Leiterin Zeitgenössische Kunst bei KARL & FABER, den hohen Zuschlag. „Bei dem von uns realisierten Ergebnis handelt es sich um den höchsten je in einer Auktion erzielten Preis. Überhaupt lief es bei den Werken der Künstlerinnen ausgezeichnet“, berichtet die Expertin.

So folgt auf Platz 4 bei der Auktion Kunst nach 1945 & Zeitgenössische Kunst mit Katharina Grosse gleich eine weitere Kunstschaffende. Ihre Skulptur Ohne Titel (Los 844), die sie als Teil ihrer Installation auf der Biennale von Venedig 2015 präsentiert hatte, kam auf ein Ergebnis von € 62.500* bei einer Taxe von € 20.000/35.000. Damit liegt bei den Top Ten in der Contemporary Art der Künstlerinnenanteil bei 20 Prozent. Das Gleiche gilt für die Käuferinnen der teuersten Lose, ihr Anteil beträgt ebenfalls 20 Prozent.

Last but not least gab es einen Überraschungserfolg für die kanadische Künstlerin Moira Dryer, die lange ein Geheimtipp war und deren Werke aktuell in der Einzelausstellung „Moira Dryer Back in Business“ in The Philipps Collection in Washington zu sehen sind. Ihre Werke Fingerprint Landscape und Picture Perfect mit den Losnummern 1066 und 1068 konnten den Schätzpreis verdreifachen: auf € 18.800* und € 13.800*; Pig Heaven (Los 1067) verdoppelte die Taxe auf € 16.300*.

Neben den Spitzenwerken der Alten Meister, des 19. Jahrhunderts, der Moderne und Zeitgenössischer Kunst kamen im ersten Halbjahr 2020 auch die neuen Auktionskonzepte von KARL & FABER gut bei der Kundschaft an. In den beiden Sommerauktionen konnten Interessenten und Sammler erstmals über zwei weitere Onlineplattformen mitbieten. Neben Lot-tissimo und Invaluable online verfolgten die Bieter das Auktionsgeschehen auch über die französische Plattform Drouot Digital und die US-amerikanische LiveAuctioneers. „Neben den über 500 Telefonbietern schalteten sich über 1000 Onlinebieter in den Auktionen zu, vor allem aus dem DACH-Raum sowie Frankreich und Italien. Damit überstieg die Zahl der Onlinebieter erstmals weit die der Telefonbieter“, so Dr. Rupert Keim. „So viele hatten wir nie zuvor.“

Außerdem hatten die Münchner als erstes deutsches Auktionshaus für die Frühjahrsauktion 295 einen virtuellen Panorama-Rundgang mit Katalogverlinkung auf ihrer Webseite präsentiert.

KARL & FABER war in dieser Saison auch das erste hiesige Auktionshaus, das eine Versteigerung als
Real-Time-Online-Auktion stattfinden ließ: die wegweisende Sonderauktion Made in Munich, eine Solidaritätsaktion mit Münchner Galeristen. „In dieser außergewöhnlichen Zeit, die für uns alle eine Herausforderung darstellt, wollten wir Kräfte bündeln und München als Kunststandort in den Fokus rücken“, sagt Sheila Scott. „Da sich auch der Kunstmarkt ins Internet verlagert, haben wir gemeinsam einen virtuellen Münchner Raum eröffnet und eingeladen, ihn zu betreten. Die Bilanz war sehr gut: Wir haben ein Ergebnis von über € 200.000* eingefahren, das entspricht 80 Prozent der Schätzpreise.“

Auch die beteiligten Münchner Galeristen sind mit den Ergebnissen mehr als zufrieden. „Wir sind glücklich, dass wir dieses Projekt haben. Nicht nur für uns als Galerie, sondern auch für die Künstlerinnen und Künstler, die in dieser messelosen Zeit über jede Öffentlichkeit froh sind – und natürlich über jede Gelegenheit, ihre Werke verkaufen zu können“, so Matthias Kunz, Mitinhaber von KNUST KUNZ Gallery Editions.

Das Topergebnis von Made in Munich erzielte die Folge Rasende Geduld von Günter Brus (Los 2050). Die 16 Originalzeichnungen zu dem gleichnamigen Buch lagen mit einem Ergebnis von € 36.500* gut über dem oberen Schätzwert von € 30.000. „Das Auktionsformat war so erfolgreich, dass wir es fortsetzen möchten, und zwar mit weiteren kuratierten Auktionen“, so Geschäftsführerin Sheila Scott. „Außerdem waren wir eindeutig Trendsetter: Das von uns entwickelte Auktionsformat wurde bereits von einem Mitbewerber in Berlin kopiert.“

 

*alle Angaben inklusive Aufgeld (25 Prozent) ohne Mehrwertsteuer und ohne Gewähr

KARL & FABER wurde 1923 in München gegründet und ist eines der größten Kunstauktionshäuser in Deutschland. Unter den Kunstauktionshäusern der D-A-CH-Region hat es sich seit 2010 mit am dynamischsten entwickelt. (Quelle: artnet) Das Haus hat sich auf Alte Meister, Kunst des 19. Jahrhunderts, Moderne Kunst und Zeitgenössische Kunst spezialisiert. Ein Schwerpunkt ist die Provenienzforschung. KARL & FABER hat seinen Sitz in München mit Niederlassungen in Hamburg und Düsseldorf sowie Repräsentanzen in Tegernsee, Basel, London, Italien, Österreich und in den USA. Am Hauptstandort führt KARL & FABER sechs Auktionen pro Jahr durch, die sich jeweils einem Schwerpunktthema widmen. Seit Frühjahr 2019 führt KARL & FABER auch Online-Only-Auktionen durch, seit 2020 auch Real-Time-Online-Auktionen. Neben dem Auktionsgeschäft veranstaltet KARL & FABER regelmäßig Verkaufsausstellungen moderner und zeitgenössischer Kunst. Seit 2008 vergibt das Unternehmen gemeinsam mit der Stiftung der Kunstakademie München alle drei Jahre den KARL & FABER Kunstpreis. Das Haus engagiert sich zudem für den Münchner Kunststandort – beispielsweise als Partner des Ausstellungsprojekts Various Others und seit 2017 als Förderer des experimentellen Kunstraums Loggia.

NACHVERKAUF
Alte Meister & Kunst des 19. Jahrhunderts: bis Freitag, 31. Juli 2020
https://www.karlundfaber.de/produkt-kategorie/auktion/auktion-296/?post-auction=1

Moderne & Zeitgenössische Kunst: bis Freitag, 28. August 2020
https://www.karlundfaber.de/produkt-kategorie/auktion/auktion-297/?post-auction=1

VORSCHAU HERBSTAUKTIONEN
Alte Meister & Kunst des 19. Jahrhunderts: Samstag, 11. November 2020
Moderne Kunst: Mittwoch, 2. Dezember 2020
Kunst nach 1945 & Zeitgenössische Kunst: Donnerstag, 3. Dezember 2020

KONTAKT UND INTERVIEW-/BILDANFRAGEN
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Leiterin Kommunikation & Development
KARL & FABER Kunstauktionen GmbH
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