14. Mai 2019

Nachbericht | Zwei Weltrekorde und ein Goldregen

Nachbericht zur Auktion Alte Meister & Kunst des 19. Jahrhunderts

München, 14.5.2019

Zwei Weltrekorde und ein Goldregen bei KARL & FABER
Nachbericht zur Auktion Alte Meister & Kunst des 19. Jahrhunderts vom 10. Mai 2019 in München

Die Auktion Alte Meister & Kunst des 19. Jahrhunderts vom 10. Mai 2019 brachte KARL & FABER ein Nettoergebnis von 2 Mio. Euro und ein Ergebnis nach Schätzung von knapp 90 %. Mit Bietern aus der Europäischen Union (u.a. Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Kroatien, Malta, den Niederlanden, Schweden) sowie aus Norwegen, der Schweiz, der Ukraine, Russland, den USA, Korea oder Israel zieht KARL & FABER ein internationales Publikum an.

„Die sehr guten Ergebnisse der Auktion waren hauptsächlich von Privatsammlern getragen. Erkennbar wurde ein gesunder und solider Markt im Besonderen im oft geschmähten Mittelsegment“, so geschäftsführender Gesellschafter Dr. Rupert Keim, der weiter ausführt: „KARL & FABER hat sich wieder als eine der weltweit führenden Adressen für Druckgrafik herausgestellt und knüpft somit an seine fast 100jährige wichtige Marktstellung in diesem Bereich an.“

GEMÄLDE ALTER MEISTER: GROSSE NACHFRAGE FÜR NIEDERLÄNDISCHE MEISTER
Zu den besten Ergebnissen zählen besonders die folgenden Werke: Das von Fred Meijer neu entdeckte Blumenstillleben Bouquet mit Rosen (Los 6) des Niederländers Otto Marseus van Schrieck aus den 1660er Jahren kaufte ein europäischer Privatsammler für € 37.500*. Die Taxe lag bei € 10.000 bis € 15.000. Die Kupfertafel Apoll und Daphne von Noël-Nicolas Coypel (Los 10) aus einer süddeutschen Privatsammlung wechselte nach Russland für € 37.500*. Theobald Michaus Werk Weite Flusslandschaft mit Reisenden auf einer Dorfstraße (Los 11) überstieg mit einem Ergebnis von € 27.500* um einiges seine oberste Schätzung von € 15.000. Die Ölskizze Der hl. Nikolaus als Patron der Schiffer (Los 16) von Martin Johann Schmidt, dem sog. Kremser Schmidt, erwarb nach einem lebhaften Bietergefecht eine bayerische Sammlerin mit € 25.000* für mehr als das Dreifache seines oberen Schätzpreises.

EIN GOLDREGEN BEI DEN GEMÄLDEN DES 19. JAHRHUNDERTS
Die Gemälde aus dem 19. Jahrhundert haben sich mit einer Quote von 80 % sehr gut verkauft. Gleich zu Beginn des zweiten Teils der Auktion kam ein Goldregen. Unsere „Expert‘s choice“ (Los 40), eine wieder aufgetauchte Ölstudie von Christian Friedrich Gille aus der berühmten Sammlung des Gille-Entdeckers Johann Friedrich Lahmann, erreichte € 16.300*.

Die beiden Gemälde von Heinrich Bürkel (Lose 82 und 90) wurden ebenfalls oberhalb ihrer Schätzung verkauft, wobei das für den Maler typische Motiv des Preisschießen vor dem Wirtshaus (Los 90) am begehrtesten war. Ein deutscher Privatsammler bekam es für € 27.500*. Die Offerte mit Gemälden von Wilhelm Busch war ebenfalls erfolgreich. Verschiedene Interessenten baten um die Wette für den Bauer aus Wiedensahl (Los 53 / Ergebnis: € 21.300*) und Die Bäuerin mit weißem Halstuch und roter Jacke (Los 59), die mit € 25.000* ihre Schätzung verdoppelte.

Das meistgebotene Bild der Auktion, das Ölbild Angler am See (Los 64) des realistischen Malers Vladimir Orlovsky, bekam eine russische Sammlung. Der Schätzpreis betrug € 3.000/4.000, das Ergebnis € 17.500*. Die größte Überraschung bereitete den Auktionatoren Dr. Rupert Keim und Sheila Scott der Durchlichtete Tannenwald von Alexandre Calame (Los 111). Geschätzt wurde das Werk auf € 4.000/5.000. Eine deutsche Privatsammlung gewann das Bietergefecht gegen den Londoner Kunsthandel bei € 35.000*.

Das teuerste Gemälde dieser Auktion wurde die Ansicht des Palazzetto Contarini–Fasan gen. Casa di Desdemona am Canal Grande von Friedrich Nerly (Los 109). Die lichtdurchflutete Venedig-Ansicht ging für € 93.800* deutlich über ihrer Schätzung an eine deutsche Sammlung. Hans Thomas Frühlingsblumen (Los 137) erreichten mit € 48.800* einen Weltrekord für ein Blumenstillleben dieses Künstlers. Zu den erfolgreichsten Losen zählten noch das Bildnis des Hanns Valeridin Freiherr von Fischer von Vogel von Vogelstein (Los 127) mit einem Ergebnis von € 32.500*, den Blick auf Genua vom Granarolo von Ippolito Caffi für € 33.800* (Los 104) sowie Carl Spitzwegs Kinder im Wald (Los 96) mit € 37.500* und Landschaft mit kleinen Figuren (Los 95) mit € 68.800*.

ZEICHNUNGEN: 100% VERKAUFSQUOTE BEI WILHELM BUSCH
In der Gattung der Zeichnungen verlief die Versteigerung süddeutscher und österreichischer barocker Bozetti wie in den vergangenen Jahren wieder sehr erfolgreich. Die braune Federzeichnung Männlicher Akt nach Michelangelo Buonarroti (Los 144) erfuhr eine rege internationale Beteiligung und ging für € 12.500* an einen Bieter aus Frankreich. Die Tierdarstellung Zwei Truthähne in einer Berglandschaft (Los 168), die Giovanni Domenico Tiepolo erreichte € 21.300*.

Alle Zeichnungen von Wilhelm Busch wurden verkauft und alle oberhalb ihrer Schätzpreise. Am Besten ging das Los 255 Weinender Säugling mit Amme für € 5.000*, das somit seine Schätzung verdreifachte. Spektakulär wurde die Versteigerung der Karl Wilhelm von Heideck (Heydeck) zugeschriebenen Feder- und Aquarellzeichnung Monastirakiplatz in Athen (Los 236), die ein griechischer Bieter mit € 27.500* zum Zehnfachen der Taxe erstand.

DURCHSCHLAGENDER ERFOLG BEI DER DRUCKGRAFIK VON DÜRER UND REMBRANDT
Die Druckgrafiken gingen von allen angebotenen Werken am besten. 98 % des Ergebnisses nach Wert wurden verkauft. Ein sehr guter Abzug von Albrecht Dürers Meisterstich Ritter, Tod und Teufel (Los 293) erreichte € 93.800*. Insgesamt gehörten 55 Arbeiten von Dürer zur Offerte. Nur zwei davon gehen in den Nachverkauf. Ein durchschlagender Erfolg also. Darüber hinaus wurden die meisten der 50 offerierten Werke von Rembrandt Harmensz. van Rijn ebenfalls ersteigert. An der Spitze stand das Porträt des Malers Jan Asselijn (Los 404), das ein amerikanischer Käufer für € 34.000* erwerben konnte.

Zu einem Weltrekord wurde das Bildnis von Rembrandt im Dreiviertelprofil von Johannes van Vliet (Los 363), ein seltener Abdruck und das einzige zeitgenössische Porträt des Künstlers in der Druckgrafik, das kein Selbstbildnis ist. Das Bietergefecht zwischen zwei Amerikanern endete bei € 35.000*.

* Alle Ergebnisse inkl. Aufgeld von 25 %

KONTAKT
Dr. Anne-Cécile Foulon
Leiterin Kommunikation & Development
KARL & FABER Kunstauktionen GmbH
Amiraplatz 3 | D – 80333 München
presse@karlundfaber.de
T +49 89 24 22 87-17 / F +49 89 22 83 350
www.karlundfaber.de

 

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