Auktion 295 || 16.06.2020

Jacob Philipp Hackert
Im Englischen Garten von Caserta | Ergebnis: € 87.500*

1792 hatte Hackert an Graf Dönhoff geschrieben, er komponiere jetzt Gemälde im „neuen Genre“ – Gemälde mit Motiven des Englischen Gartens von Caserta und der neapolitanischen Landschaft. Mit diesem „neuen Genre“ bekamen Hackerts frühere arkadische Landschaften, in denen sich Naturbeobachtung und Fantasie verbanden, eine realistischere Note. Auch unser Gemälde, das die in sich geschlossenen, ruhigen Landschaftskompositionen Hackerts geradezu idealtypisch vertritt, öffnet sich der Blick über den Fluss auf die weite Ebene von Caserta, die links vom Monte San Michele und dem kleinen Ort Maddaloni begrenzt wird, während hinten der Blick durch den rauchenden Vesuv aufgefangen wird. Das Gemälde verkörpert gleichsam die Summe aus Hackerts Beschäftigung mit dem Englischen Garten in Caserta, die auch noch anhielt, als er Neapel wegen der Revolutionsunruhen schon hatte verlassen müssen. In Florenz, wohin Hackert übergesiedelt war, schließt er die Dokumentation des Gartens ab – mit dem Anspruch, ein realistisches Abbild des Gartens zu geben, was auch der Zusatz zur Signatur „au Jardin Anglais à Caserte“ belegen soll. Bei dem Gemälde handelt es sich wahrscheinlich um dasjenige, mit dem Hackert 1800 die Berliner Akademie-Ausstellung beschickt hatte.

Jacob Philipp Hackert
1737 Prenzlau - San Piero di Careggi bei Florenz 1807
Im Englischen Garten von Caserta | Ergebnis: € 87.500*

Öl auf Leinwand, doubliert. 1800. 118 x 167 cm. Signiert, datiert und bezeichnet unten rechts: "au Jardin Anglais à Caserte/Ph. Hackert/1800".

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