Details

Verso auf dem Keilrahmen weiteres Etikett (F.K.V.) mit Nummerierung „200“. Diverse alte Bezeichnungen von fremder Hand.

Putz 306.

Ausstellung:
Leo Putz und „Die Scholle“, Galleria del Levante, München April/Mai 1968, Kat.-Nr. 5, ohne Abb., auf dem Keilrahmen mit dem Etikett.

Provenienz:
Nachlass des Künstlers;
Sammlung Helmut Putz, Gauting;
Kunsthandel Marion Grčić-Ziersch, München, bei Vorgenannter erworben.

Beschreibung

• Entstanden in der Zeit der Münchner Künstlergemeinschaft „Die Scholle“ (1899-1911)
• Erste von drei Fassungen dieses Motivs
• Erste Pleinairstudie der späteren Frau des Künstlers

Bei der dargestellten jungen Frau handelt es sich um Frieda Blell (1874-1951), der späteren Frau des Künstlers. Zum Zeitpunkt der Entstehung des Gemäldes verlobt sich das Paar im August 1904 und heiratet erst 1913.
Putz positioniert seine Verlobte, die ihm in dieser frühen Zeit oft Modell steht, vor einem schmalen Bachlauf mit zwei Schwänen. Dahinter öffnet sich dem Betrachter der Blick auf ein stattliches Anwesen. Es handelt sich hier um das Schloss des Barons Hirsch in Planegg. Die vorliegende reizvolle Version dieses Motivs ist in lockeren Pinselstrichen gehalten und wirkt fast etwas abstrakt. Mit leicht abgewendetem Kopf fängt Putz seine Frau in dunkler Robe, mit Hut in ihrer Rechten, in Dreiviertelansicht ein. Die Architektur und die Linienführungen des Gartens mit Weg und Büschen geben der Komposition eine leichte Strenge, doch durch die lockere Malweise und die Verwendung von Weiß neben der gedeckteren Farbpalette wird die Strenge wieder genommen. Vor allem das frische Grün gibt einen schönen Kontrast.
Putz führt das Motiv in drei Fassungen aus. Bei unserer Version handelt es sich um die erste Ausführung. Die größeren und detaillierten Versionen befinden sich heute in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden („Herbsttag“, Putz 307) und in der Neuen Pinakothek München („Bildnis“, Putz 308).