Details

Braun 146.

Provenienz:
Privatsammlung, Süddeutschland, wohl in den 1980er Jahren bei Neumeister, München, erworben, durch Erbfolge an die jetzigen Besitzer.

Beschreibung

Die „Mänade“ ist im Gesamtwerk von Fritz Klimsch etwas Einmaliges geblieben. „Es war der Eindruck einer Tänzerin, die mir Modell stand und plötzlich in Raserei so stillstand. Das war überwältigend.“ Fritz Klimsch in einem Brief an Gisela Vits 1958 (zit. nach: Braun, Hermann, Fritz Klimsch. Eine Dokumentation, Köln 1991, S. 370).
Der Tanz ist ein Hauptmotiv im Werk von Fritz Klimsch. Bereits 1898 gelingt ihm mit der Bronze „Valentine Petit“ der künstlerische Durchbruch. Angeregt wird Klimsch zu dieser Darstellung einer dynamischen Jugendstiltänzerin mit wallendem Tuch wohl durch die amerikanische Tänzerin Loïe Fuller, der Erfinderin des Serpentinentanzes und Wegbereiterin des modernen Tanzes. Auch dreißig Jahre später ist der Bildhauer immer noch vom Tanz fasziniert und findet hier nach wie vor seine Motive. Doch die „Mänade“ vollführt nicht mehr den eleganten, dem Jugendstil entspringenden Schleiertanz, sondern einen wilden, nahezu rasenden Tanz mit vollem Körpereinsatz. Diese unkonventionelle tänzerische Attitüde rückt die Darstellung in die Nähe des modernen Ausdruckstanzes, den Isadora Duncan und Vaslav Nijinsky zu Beginn des 20. Jahrhunderts populär machten. Dieser neue Tanz wurde als Befreiung des erstarrten akademischen Balletts empfunden. Mit ihren natürlichen und frei anmutigen Bewegungen inspirieren die Tänzerinnen und Tänzer zahlreiche Bildhauer und Maler.