Adolf Erbslöh

Blick auf die Stadt

Details

Salmen/Billeter 1909/8.

Literatur:
Wille, Hans, Adolf Erbslöh 1881-1947. Mit einem Katalog der Gemälde, Kunst- und Museumsverein Wuppertal u.a. 1967, Kat.-Nr. 32.

Ausstellung:
Neue Künstlervereinigung München, 1. Ausstellung, Moderne Galerie Heinrich Thannhauser, München u.a. 1909/1910, Kat.-Nr. 22;
Permanente Ausstellung, Kunsthalle, Bremen 1913 (ohne Katalog, Ausstellungs-Journal 1913/1914, Nr. 388);
Kunstsalon Ludwig Schames, Frankfurt/Main 1913 (ohne Katalog);
Adolf Erbslöh. Gemälde, Zeichnung, Graphik, Städtisches Gustav-Lübcke-Museum, Hamm 1981, Kat.-Nr. 12;
Adolf Erbslöh. Gemälde 1903-1945, Von der Heydt-Museum, Wuppertal u.a. 1992, Kat.-Nr. 62, mit farb. Abb. Tafel 35;
Adolf Erbslöh, der Avantgardemacher, Von der Heydt-Museum, Wuppertal 2017, mit farb. Abb. S. 127.

Provenienz:
Erich Frowein, München;
Hans Wille, Norddeutschland;
durch Erbfolge an Privatbesitz, Norddeutschland;
Karl & Faber, 5.12.2018, Los 508;
Privatsammlung, Bayern, vom Besitzer bei Vorgenannter erworben.

Beschreibung

Das frühe Gemälde Erbslöhs zeigt den Blick aus seinem Münchner Atelier auf die Türme der Ludwigskirche. In den Münchner Anfangsjahren experimentiert Erbslöh mit verschiedenen Stilrichtungen. Auf der Suche nach neuen Möglichkeiten entstehen hauptsächlich Porträts, Interieurs und Landschaften. Ab 1908 erweitert sich das Bildspektrum des Künstlers. Er arbeitet jetzt an Stadtmotiven, die er unmittelbar aus seinem Atelier blickend oder in der Nachbarschaft seiner Schwabinger Wohnung findet. Dabei beginnt er, sich formauflösenden, pointillistisch strukturierten Bildern in zarter, heller Farbigkeit zuzuwenden. Einen entscheidenden Anstoß hierfür erhält er von der Wanderausstellung „Französische Künstler“, die 1906 im Münchner Kunstverein gezeigt wird. Dort sieht er eine repräsentative Auswahl der führenden Maler des Pointillismus, darunter eine Reihe von Studien von Georges Seurat. Im Frühling 1909 werden die Farben kräftiger, der Pinselstrich länger: Erbslöh orientiert sich dabei an der Farbenlehre des französischen Chemikers Michel Eugène Chevreul. Auch wenn der Himmel in dem vorliegenden Bild noch einige Farbtupfer aufweist, so wird der Farbauftrag breiter und flüssiger. Dieser „Blick auf die Stadt“ ist eines der wenigen charakteristischen Gemälde, die diesen bedeutsamen Übergang Erbslöhs zu expressiver Ausdrucksform verbildlichen.