Details

Die Echtheit der vorliegenden Arbeit wurde von Pierre Vasarely, Präsident der Fondation Vasarely, Alleinerbe und Erbe des Urheberrechts Victor Vasarelys bestätigt. Die Arbeit wird in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis der Gemälde von Victor Vasarely, bearbeitet von der Fondation Vasarely, Aix-en-Provence, aufgenommen.

Provenienz:
Privatbesitz, Italien.

Beschreibung

1955 veröffentlicht Victor Vasarely anlässlich der später legendär gewordenen Ausstellung „Le Mouvement“ in der Pariser Galerie Denise René seine „Notizen für ein Manifest“, die auch als „Le Manifeste jaune“ bekannt wurden. Darin formuliert er die „unité plastique“, also die plastische Einheit als kompositorische Grundlage für sein Schaffen. Eine gelungene Komposition sollte für ihn demnach immer aus zwei miteinander verschränkten Farben und Formen bestehen. Betrachtet man die Leinwandarbeit „GAMMA 55“, dann findet dieses Gestaltungsprinzip in jeder Hinsicht seine Erfüllung: Ein kleines hochkant gestelltes Quadrat fügt sich in die es umgebende geometrische Form des Kreises. Die Farben sind auf Rot/Blau beschränkt und in der Rhythmisierung der Abstände so gekonnt gegeneinander gesetzt, dass das Quadrat vor der Scheibe zu schweben scheint. Der vom Künstler festgelegte Rahmen wiederholt die innere geometrische Struktur des Bildes und legt dessen Ausrichtung, die hier eine sehr wesentliche Rolle spielt, fest. Die Arbeit bekommt dadurch Objektcharakter und wird in ihrer plastischen Wirkung noch verstärkt. Je nach Betrachterstandpunkt verändert sich das Bild, was vom Künstler so beabsichtigt war: Der Betrachter soll, ginge es nach Vasarely, nicht passiv verharrend, sondern dynamisch teilnehmend sein. Der Begriff für diese Art von Kunst wurde erst im Herbst 1964 geprägt, als ein Journalist der Time sie mit „Op-Art: Pictures that attack the eye“ beschrieb.