Jan Brueghel d. J. (zugeschrieben)

Blumengirlanden um eine Kartusche mit mythologischer Szene

Details

Provenienz:
Privatbesitz, Baden-Württemberg.

Beschreibung

Das früher Jan von Thielen gegebene Bild wurde aktuell von Fred Meijer Jan Brueghel d. J. zugeschrieben (Email vom 16.7.18). Er datiert es in die 1650/1660er Jahre. Als Vergleichsbeispiele führt er drei Bilder in der Datenbank des RKD in Den Haag an: https://rkd.nl/explore/images/264053, https://rkd.nl/explore/images/225090, https://rkd.nl/explore/images/264069 and https://rkd.nl/explore/images/70716.

Der Typus der dunklen, in Grau- oder Brauntönen gemalten Kartusche als Fond, um die sich girlandenförmig, in leuchtenden Farben gemalte Blumenkränze ranken, geht auf Darstellungen von Rubens und Jan Brueghel d. Ä. zurück, bei denen ein Gnadenbild, also ein Bild im Bild, von Blumengewinden und Putten kreisförmig umgeben ist. Dieser Bildtypus wurde im Lauf des 17. Jahrhunderts von Daniel Seghers und im Umkreis der Künstlerfamilie Brueghel weiterentwickelt. Es kamen nun auch andere, nicht christliche „Einsatzbilder“ aus dem mythologischen Themenkreis vor. Immer aber waren zwei Künstler am Werk: ein Spezialist für die Blumen; die figürliche Szene malte ein darauf spezialisierter Kollege.
Hier malte Jan Brueghel d. J., der älteste Sohn von Jan Brueghel d. Ä., in emailhaft klarer Ausführung ein ganzes Kompendium damals bekannter Blumensorten, das enzyklopädisch die Fülle der unmittelbar präsenten Natur aufzählt: Rosen, Tulpen, Nelken und Narzissen, eingefasst von langstieligen Blütenrispen und Efeuranken.
Das Thema der figürlichen Szene konnte bislang nicht identifiziert werden. Es handelt sich um eine mythologische Darstellung mit Amor und Venus, die sich erschreckt von Mars und einem Krieger abwendet, der in Siegerpose seinen Fuß auf einen daniederliegenden spitzohrigen Faun (?) gestellt hat; dahinter ist eine sitzende Hexe oder Zauberin mit einer Schlange in der linken Hand zu erkennen. Die Ausführung dieser Szene erfolgte wohl durch einen Werkstattmitarbeiter, Meijer zufolge vielleicht nach einer Vorlage von Abraham van Diepenbeeck.

Wir danken Dr. Fred Meijer, Amsterdam, für die freundliche Bestätigung der Authetizität auf Grundlage einer digitalen Fotografie.