Details

Dube L 266b.

Wir danken Herrn Hans Geissler und Frau Renate Ebner, Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen, für die freundlichen Hinweise bei der Katalogisierung dieses Werkes. Dieses Exemplar ist im Nachlass-Archiv registriert.

Ausstellung:
Erich Heckel. Druckgraphik 1905-1967, Galerie Günther Franke, München 1967/68, Kat.-Nr. 106, Katalog liegt dem Werk bei.

Provenienz:
Galerie Günther Franke, München;
Privatsammlung, Berlin.

Beschreibung

Die wenigen kolorierten Exemplare sind farblich alle unterschiedlich, da Heckel die Farben von Hand mit dem Pinsel vor jedem Abdruck neu auf den Lithographiestein auftrug. Sechs der derzeit sieben bekannten Exemplare befinden sich alle in Museumsbesitz.
Erich Heckel und die Künstler der „Brücke“ rebellieren gegen die bürgerlichen Lebensformen und tradierten Kunstauffassungen, ihr Streben gilt der Suche nach einem neuen Ausdruck der Kunst. Inspiration und Anregungen finden sie zum einen in außereuropäischen Kulturen, zum anderen in der Welt des Theaters und des Zirkus. „Die Akteure aus Varieté und Theater waren ebenfalls Künstler und lebten ein Dasein fern der Konventionen, in der schillernden Sphäre von Abend und Nacht, im bunten Zwischenstadium von Schein und Sein. So ist die geradezu magische Faszination der jungen ‚Brücke‘-Künstler für diesen Motivkreis keine Überraschung. (…) Ernst Ludwig Kirchner und Erich Heckel besuchten in Dresden mit Begeisterung und großer Häufigkeit Varietétheater, wie den ‚Wintergarten‘, das ‚Flora-Varieté‘ oder das ‚El Dorado‘ sowie die Zirkusse Schuhmann und Sarrasani.“ (Janina Dahlmanns, in: Ausst.-Kat. Brücke. Die Geburt des deutschen Expressionismus, Brücke-Museum, Berlin 2006, S. 319 ff.). Vor Ort skizzieren die Brücke-Künstler die Akrobaten und Tänzerinnen und verarbeiten diese Eindrücke in zahlreichen Gemälden, Aquarellen und Druckgraphiken. Wie tief diese Verbindung zum faszinierenden Theatermilieu über die künstlerische Anregung hinaus geht, zeigt sich darin, dass Heckel 1911 die Tänzerin Sidi Riha heiratet und auch Kirchners langjährige Lebensgefährtin Erna Schilling Tänzerin ist. – Vereinzelte winzige Fleckchen, geringfügige schwache Knickspuren und leichte Griffknicke, verso an den oberen Blattecken montiert, insgesamt in guter Erhaltung.