Eugen Napoleon Neureuther

2 Bll.: Maschinenraum der Fabrik Cramer-Klett & Co in Nürnberg

Details

Provenienz:
Privatbesitz, Süddeutschland.

Beschreibung

Bildliche Zeugnisse, die Einblick in die Arbeitswelt des beginnenden industriellen Zeitalters geben, sind in der Kunst des 19. Jahrhunderts selten. Berühmt ist Adolph von Menzels „Eisenwalzwerk“, das die Mühen der Arbeiter eindringlich vor Augen führt; unerwartet und ungewöhnlich sind solche Darstellungen hingegen bei Eugen Napoleon Neureuther, dem Meister der spätromantischen Arabeske. Und doch beginnt die Geschichte des eigentlichen Industriebildes in Deutschland mit ihm. Im Auftrag von Theodor Cramer-Klett schuf Neureuther 1858 anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Maschinenfabrik Cramer-Klett & Co in Nürnberg, aus der später der Maschinenbaukonzern MAN hervorging, ein spätromantisches Bild, in dem sich Idealismus und Allegorie mit realistischen Arbeitsdarstellungen verbinden. Angelehnt an Neureuthers Märchengemälde, gibt das großformatige Gemälde Einblicke in die verschiedenen Produktionsabläufe und Produkte der Firma, deren Wirken eine bessere Zukunft durch die moderne Industrie verheißt. Die ganze Anlage erscheint als organisch-mechanischer Körper, der auf den Pfeilern geschäftlicher Organisation und der Arbeitsleistung der Werkstätten beruht. Einen Einblick in die Produktionsstätten geben unsere beiden sich symmetrisch entsprechenden Zeichnungen, die Neureuther als Vorlagen für sein Gemälde dienten. Die nahezu nüchtern-sachliche Schilderung der Arbeitswelt wird nur durch die kleinen ornamentalen Streifen auf der unteren Brüstung gebrochen, die noch einmal im Kleinen die große Form der Arabeske in Erinnerung rufen, die der gesamten Darstellung zugrunde liegt.

Leicht wellig und verso mit Resten alter Montierungen, sonst gut erhalten.