Adriaen van Ostade

Almosenempfänger vor der geöffneten Tür eines Bauernhauses

Details

Mit schriftlichem Gutachten von Bernhard Schnackenburg, datiert 4.3.2018.

Provenienz:
Seit Jahrzehnten in Privatbesitz, Norddeutschland.

Beschreibung

Bei vorliegendem Tafelbild handelt es sich um eine Neuentdeckung, die von Bernhard Schnackenburg als eigenhändiges Werk von Adriaen van Ostade bestimmt wurde. Sie stmmt aus dessen Übergangszeit vom Frühwerk der dreißiger Jahre zum klassischen reifen Stil ab dem Ende der vierziger Jahre. Bilder dieser Stilphase sind so selten, dass kein stilistisch genau übereinstimmendes Vergleichstück benannt werden konnte. Nach Schnackenburg findet sich die skizzenhafte Behandlung des Mauerwerks ähnlich in dem wohl etwas späteren Gemälde „Drehleierspieler vor der Haustür“, das sich um 1965 in der Galerie Alfred Brod in London befand. Für den Goldton der belichteten Partien ist das signierte und 1648 datierte Gemälde HdG 722 vergleichbar (Christie’s, London, Auktion 15.4.1992, Los 23).
„Dargestellt ist offenbar ein wanderndes Zigeunerpaar, eine Mutter mit ihrem Sohn, dem der Bauer in der halbgeöffneten Haustür ein Geldstück in den bereitgehaltenen Beutel legt. (…). Die Malerei ist breit und tonig, ein warmer orangebrauner Ton dominiert. Er findet sich nicht nur in der Architektur, sondern schimmert auch in einem Fleck des Himmels zwischen dem Laub hervor. Der Türpfosten ist mit breiter pastoser Pinselarbeit locker und sicher skizziert“ (Schnackenburg).
Wir danken Dr. Bernhard Schnackenburg, Kassel, für die Bestätigung der Authentizität und wertvolle Hinweise auf Grundlage einer digitalen Fotografie.