Lesser Ury

Blick auf den Monte Baldo am Gardasee (Morgenstimmung)

Details

Seyppel 201.
Mit einer Fotoexpertise von Frau Dr. Sybille Groß, Berlin, vom 27.10.2017. Das Werk wird in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis der Gemälde, Pastelle, Gouachen und Aquarelle Lesser Urys von Dr. Sibylle Groß, Berlin, aufgenommen.

Literatur:
Franz, Lesser Ury (Ausstellung im Kunstsalon Pisko), in: Neue Freie Presse (Morgenblatt), Wien, 19.11.1902;
Fendler, Aemil, Lesser Ury, in: Illustrierte Zeitung, Leipzig und Berlin, Nr. 3123, 7.5.1903, S. 694-697, Abb. S. 694.

Provenienz:
Salon Pisko, Wien 1902;
Privatbesitz, Dresden;
Privatbesitz, Berlin;
Villa Grisebach, Auktion 1, Berlin 21.11.1986, Los 152, mit farb. Abb. Tafel 11;
Galerie Thomas, München;
Privatsammlung, München.

Beschreibung

Ury bereiste 1890 zum ersten Mal Italien. Der Gardasee mit den wechselnden Effekten der Lichtspiegelungen auf dem Wasser wurde für ihn immer wieder zur Inspirationsquelle. Ury wurde besonders für seine atmosphärische Wiedergabe der Farben bewundert. Hier, unter der Sonne Italiens, sieht er sich in seiner kräftigen Farbenwahl bestätigt. Dabei zerlegt er die Bildfläche in horizontale Bereiche, deren Farben jedoch durch zarte Nuancen aufgebrochen werden. Gerade in seinen Pastellarbeiten wird sein starkes Harmonieverständnis der Farben besonders deutlich. In Urys stimmungsvollen Gardasee-Ansichten tritt die eigentliche Landschaft in ihrer topographischen Wiedergabe in den Hintergrund und die reine Farbe bleibt Alleinherrscherin. Das vorliegende Pastell zeigt im Gegensatz zu den meisten anderen Ansichten des Monte Baldo noch eine kleine topographische Besonderheit: Im Hintergrund am linken Seeufer lugt hinter den Bäumen die weiße Silhouette einer Villa hervor. – Am rechten und linken Randbereich mit je vier winzigen Nagellöchlein. Oberrand mit einem 1,5 cm langen Einriss, Ecken und Kanten leicht bestoßen. Oberfläche mit leichten, den schönen Gesamteindruck nicht störenden Kratzern. Insgesamt in farbfrischer, schöner Erhaltung.