Adolf Fleischmann

Ohne Titel (helle Kurven)

Details

Wedewer, S. 169, Abb. 20.

Ausstellung:
Adolf Fleischmann, Museum der Stadt Ulm, Ulm Februar/März 1973, außer Katalog.

Provenienz:
Nachlass des Künstlers (noch 1973);
Galerie Stolz, Köln;
Privatsammlung, Süddeutschland.

Beschreibung

1948 zog Fleischmann nach Fontenay-sur-Bois, einem Vorort von Paris. Die Nähe zu der Metropole und damit zu zahlreichen, ebenfalls abstrakt arbeitenden Künstlern veranlasste ihn zu neuen Arbeiten. Inspiriert von der Gruppenausstellung „Éloquence de la ligne“ in der Galerie des Deux Îles im Jahr 1949 wendete Fleischmann sich von den strengen geometrischen Kompositionen ab. Stattdessen widmete er sich jetzt „der geschwungenen schwarzen Linie – oder „hellen Kurven“, wie er es im Bildtitel benannte – die er jeweils auf weißen Grund setzte.“ (Schimpf, Simone in: Surfaces. Adolf Fleischmann – Grenzgänger zwischen Kunst und Medien, S. 106). Auch Kandinskys Schriften über das Verhältnis Punkt und Linie zu Fläche, erschienen im Jahr 1926, kannte Fleischmann sicherlich. Während Kandinsky in seinen Arbeiten häufig die geschwungene weiße Linie über die abstrakte Komposition laufen lässt, trennt diese bei Fleischmann die geometrischen und farbigen Bildteile von der weißen Fläche. Statt Überlagerung entsteht also ein gleichwertiges Neben- und Miteinander der Formen.