Heinrich Campendonk

„Die Friedhofskatze“

Details

Firmenich 406.

Provenienz:
Professor Alfred Caspari, Frankfurt/Main, verso mit dem Sammlerstempel (Lugt 4852);
Karl & Faber, Auktion 169, 29.10.1985, Los 247;
Privatsammlung, Frankreich.

Beschreibung

Die in den Jahren 1912 und 1913 entstandenen Tuschpinselzeichnungen spielen eine besondere Rolle im Werk des Künstlers. Hier setzt er sich intensiv mit der Formensprache des Kubismus auseinander und experimentiert mit Motiven, bevor er sie in seinen Ölgemälden verwendet. Das vorliegende Blatt entstand in der Zeit, in der der Künstler in der Nachbarschaft Franz Marcs in Sindelsdorf lebte. Die Katze gehört in diesen Jahren zu seinen bevorzugten Motiven. Ähnlich wie Marc erfasst auch Campendonk das Tier in kubistischer Stilisierung. Durch grüne Farbflächen verfließt sie zugleich mit der facettierten Landschaft: Der Rücken des Tieres wird gleichzeitig zum Bergrücken. Die Position der Katze zwischen Sprung und liegendem Verharren lässt das Tier besonders dynamisch und präsent wirken. Von der „Friedhofskatze“ existiert noch mindestens eine weitere Version. (Vgl. Karl & Faber, Auktion 222, 5.12.2008, Los 1388 a). – Kurzer hinterlegter Riss am rechten Rand. Leicht angestaubt und vorwiegend im Rand etwas knittrig, sonst schön.