Carl Philipp Fohr

Die Ruine Tiefburg bei Handschuhsheim

Details

Literatur:
Peter Märker: Carl Philipp Fohr 1795-1818. Monographie und Werkverzeichnis, München 2015, S. 278, Nr. Z 288.

Beschreibung

Vor der Kulisse einer mittelalterlichen Burg unterhält sich auf einer vorgelagerten Brücke angeregt ein Paar – er, angelehnt an das Brückengeländer, mit Stab und Hund, sie mit einem Bündel, das sie auf der Brüstung abgelegt hat. Es ist eine für Fohrs zeichnerisches Werk typische Inszenierung, in der sich reale Topographie mit der erzählerischen Anekdote verbindet.
In den Wintermonaten des Jahres 1813 hatte Carl Philipp Fohr seine Arbeiten an dem sogenannten „Skizzenbuch der Neckargegend“ begonnen – eine Zusammenstellung von detailliert ausgeführten Aquarellen mit Ansichten der Neckargegend, die auf ausführliche Studien vor der Natur zurückgehen. Insgesamt zwei dieser Studien – eine etwas summarische Bleistiftzeichnung (Märker Z 116) und eine um die Lichtwirkung bemühte Pinselzeichnung (Märker Z 117) – gingen unserem Aquarell voraus, das den Blick auf die Tiefburg des Rittergeschlechts der von Handschuhsheim im heutigen Vorort von Heidelberg zeigt. Unser Aquarell ist wahrscheinlich die Zweitversion des nahezu identischen Aquarells aus dem heute aufgelösten Skizzenbuch (Märker Z 280; ehemals Blatt 25, heute Malibu, J. Paul Getty Museum). Es sind bisher insgesamt fünf Zweitfassungen zu den Ansichten des „Skizzenbuchs der Neckargegend“ bekannt geworden, die Fohr teilweise wohl an Freunde verschenkte. Sie stehen den Ansichten des Skizzenbuchs in der Finesse des Aquarells in Nichts nach, weshalb sie im Werk Fohrs einen ähnlichen Stellenwert beanspruchen dürfen – dies umso mehr, als nur ganz selten Aquarelle des viel zu jung verstorbenen Künstlers auf den Markt kommen. – Kleinerer Ausriss oben rechts, berieben und mit Gebrauchsspuren, sonst gut erhalten.