Charles François Daubigny

Les Bords de la Tamise, Temps gris.

Details

Hellebranth 752 (mit leicht abweichenden Maßen und dem Bildträger „Leinwand“).
Literatur:
Robert Hellebranth, „Charles-Francois Daubigny“, Morges 1976, S. 248.
Provenienz:
Bernheim Jeune, Paris, 1922;
Tooth, Scott & Sons, Montréal, 1928;
Sammlung Schäfer, Schweinfurt;
Privatbesitz, Norddeutschland.

Beschreibung

Der Umzug von Paris nach Auvers an der Oise im Jahr 1860 markiert den Beginn der reifen Phase in Daubignys Werk. Mehr als zuvor wird nun der Fluß, der ihm von der Kabine seines Malboots bei allen Wetterlagen zugänglich ist, sein bevorzugtes Thema. So wundert es nicht, dass es bei seinen Reisen nach London 1865 und 1866 vor allem die Themse ist, deren Reiz er malerisch erkundet. Längst schon hat er für sich den Reiz des Alltäglichen, Unspektakulären entdeckt, so auch in dieser Darstellung eines verhangenen Tages. Die Wolkendecke liegt schwer über dem Fluss, gestrichelt in tektonischer Festigkeit mit gebündelten Pinselstrichen in einer schier unendlichen Vielzahl von Nuancen zwischen Grau und Beige. Die vereinzelten Sonnenstrahlen, die sich noch einen Weg bahnen können, werden von der leicht bewegten Oberfläche des Flusses reflektiert. Unter diesem Himmel verliert alles auf und um den Fluss, die Boote, die Stadtsilhouette, an Plastizität und tauscht seine Lokalfarbe in eine schemenhafte Dunkelheit ein, die der Komposition ein tektonisches Gerüst verleiht und dem subtilen Spiel der Grautöne einen starken Kontrast entgegensetzt.