Michiel Coignet II.

Die heilige Katharina von Alexandrien vor Kaiser Maxentius.

Details

Mit schriftlichem Gutachten von Dr. Ursula Härting, Hamm, datiert 18.9.2015.
Provenienz:
Privatbesitz, Norddeutschland.

Beschreibung

Das kleinformatige Kabinettbild ist eine interessante Neuentdeckung, die kürzlich von Ursula Härting als Werk des flämischen Kleinfigurenmalers Michiel Coignet II. (zeitgenössisch: Cuigniet, Congnet, Coiniet, Kouniet) identifiziert wurde. Zu sehen ist der eher selten dargestellte Disput der heiligen Katharina, die im Ornat der Königstochter von Zypern vor dem Kaiser steht. Der Legende nach widerlegte und bekehrte sie 50 Gelehrte seines Hofes im Streitgespräch um den christlichen Glauben. Von Engeln in einer Gloriole erhält sie Blumen, sie verweisen auf ihr Märtyrertum. Zu ihren Füßen liegen Schwert und Rad, Attribute ihres Martyriums. Die klassische Säulenarchitektur hinter ihr erinnert an den Petersplatz in Rom als Amtssitz von Maxentius.
Werke von Coignet sind eine Seltenheit auf dem Kunstmarkt, sein Oeuvre wird noch erforscht. Aufgrund stilistischer Übereinstimmungen – Härting nennt den gelängten Figurentypus bei gleichartiger flimmriger Unschärfe und heller Farbwahl im Gewand der Hauptfigur – sowie Technik und Koloristik schreibt Härting ihm noch zwei weitere Werke zu (vgl. „Dido und Aeneas“, Drouôt Richelieu, Paris, Auktion 5.4.1995, Los 69 sowie „Rede vor Tobit“, Dorotheum, Wien, Auktion 21.3.2003, Los 160).