Nach Jan Wijnants

Dünenlandschaft mit Weg und Bach

Details

Literatur:
Vgl. Klaus Eisele: Jan Wijnants (1631/32 – 1684). Ein niederländischer Maler der Ideallandschaft im Goldenen Jahrhundert. Mit umfassendem Œuvrekatalog, Stuttgart 2000, S. 158. Nr. 170, Abb. im Katalogteil.

Provenienz:
Christie’s, London, Auktion am 11. März 1983, Los 41 (als J. van Os);
Privatsammlung, Süddeutschland.

Beschreibung

Waren die frühen schattigen Waldlandschaften des Haarlemer Malers noch stark von Dirck Wijntrack beeinflusst, widmete sich Wijnants ab den 1650er Jahren der Darstellung unbebauter Dünenlandschaften. Zumeist ist es das hügelige, busch- und baumbestandene Gelände mit gewundenen Sandwegen, die mit Bauern, Hirten, aber auch mit Reitern und Jägern bespielt werden. Wijnants Interesse galt vorranging der Naturdarstellung, weshalb er, wie für viele Landschaftsmaler seiner Epoche durchaus üblich, selbst keine Figuren malte. So rührt die Staffage der späteren Bilder in der Regel von seinem Schüler Adriaen van de Velde oder Johannes Lingelbach her, das lässt sich bei diesem Bild aber nicht eindeutig zuweisen.
Im Vordergrund lenkt eine knorrige Eiche den Blick in den Bildraum. Typisch für die Einrahmung der Szenerie sind die großblättrigen Kräuter, die vom unteren Bildrand aufsprießen. Ein unbefestigter, von Bäumen gesäumter Weg vollzieht eine enge Kurve und führt hinab zu einem Bachlauf, wo zwei Bauern ihre Angelruten ausgeworfen haben. Andere Landleute steigen die Anhöhe hinauf, eine sichtlich erschöpfte Bäuerin hat ihren Korb abgestellt und rastet am Boden.
Vorliegendes Bild wiederholt mit kleinen Abweichungen das Original Jan Wijnants, welches sich ehemals in der Sammlung Tooth, London befand. Klaus Eisele vermutet, dass es sich um einen englischen Kopisten handelte, da Werke von Wijnants im ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhundert in England sehr begehrt waren.

Für freundliche Hinweise danken wir Dr. Klaus Eisele, Stuttgart.