Details

Müller-Scherf 148.

Beschreibung

Edmund Kanoldts Werk bezeugt eindrucksvoll die unerschütterliche Kraft des klassischen Mythos in der Malerei der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Kanoldt stand ähnlich wie sein Zeitgenosse Heinrich Franz-Dreber in der Tradition der klassischen, ideal-heroischen Landschaften Joseph Anton Kochs, dessen Auffassungen ihm durch seinen Lehrer Friedrich Preller in Weimar vermittelt worden waren. Wie schon bei Koch sollten Kanoldts Gemälde dichterischen Kompositionen heroischer Landschaften gleichen. Eine solche „Dichtung“ liegt auch in unserem kleinen Gemälde von Echo und Narziss vor, das die stimmungs- und sehnsuchtsvolle Reminiszenz an die Serpentara in Olevano ist – dies umso mehr, wenn man weiß, dass es Kanoldt war, der sich nach der Reichsgründung für den Ankauf dieses kleinen, von der Abholzung bedrohten Wäldchens durch das Deutsche Reich eingesetzt hatte. Von der Komposition befinden bzw. befanden sich zwei größere Versionen aus dem Jahre 1884 im Museum der bildenden Künste in Leipzig und ehemals in der Sammlung Georg Schäfer in Schweinfurt; es ist gut vorstellbar, dass unser Gemälde eine erste Studie zu einem der Hauptwerke Kanoldts ist.