Max Klinger

Badendes Mädchen, sich im Wasser spiegelnd

Details

Literatur (Original-Marmorskulptur):
Schmid, Max, Klinger, Knackfuß Künstlermonographien, Bd. 41, Bielefeld/Leipzig 1899, S. 122f., Abb. 94f.;
Treu, Georg, Max Klinger als Bildhauer, Sonderabdruck aus der Zeitschrift PAN, Leipzig/Berlin 1900, S. 26f. und Tafel III;
Winkler, Gerhard, Max Klinger, Leipzig 1984, Abb. 171;
Max Klinger. Bestandskatalog der Bildwerke, Gemälde und Zeichnungen, Museum der Bildenden Künste, Leipzig 1995, S. 56f., A 7.

Ausstellung (Original-Marmorskulptur):
Max Klinger 1857-1920, Ausstellung zum 50. Todestag des Künstlers, Museum der Bildenden Künste, Leipzig 1970, Kat.-Nr. 4, S. 51.

Provenienz:
Privatsammlung, Hamburg.

Beschreibung

Max Klinger, der bereits in jungen Jahren als Maler und insbesondere als Graphiker mit seinen Radierzyklen der „Intermezzi“ und „Paraphrase über den Fund eines Handschuhs“ erfolgreich ist, wendet sich Mitte der 1880er Jahre auch der Bildhauerei zu. Eines seiner ersten plastischen Werke ist das 1885/86 entworfene Beethoven-Denkmal. Die ausgeführte Version wird 1902 auf der Ausstellung der Wiener Sezession zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Die 152 cm große und partiell vergoldete Marmorskulptur „Badendes Mädchen, sich im Wasser spiegelnd“ entsteht in den Jahren 1896 und 1897. Heute befindet sie sich im Museum der Bildenden Künste in Leipzig. Sicherlich steht Helene Donath Klinger Modell, die sein langjähriges bevorzugtes Aktmodell ist, zusätzlich könnte auch Elsa Asenijeff als Modell gedient haben. Die Schriftstellerin und spätere Muse Klingers zieht 1897 zum Studium der Philosophie nach Leipzig. Darüber hinaus ist belegt, dass Klinger auch Fotografien seiner in Pose stehenden Modelle als Vorlage heranzog. Diese um die Jahrhundertwende bei vielen Künstlern gängige Arbeitsweise zeigt deren Faszination für das neue Medium der Fotografie und ihre selbstverständliche Verwendung im Entstehungsprozess eines Kunstwerkes. Die Badende mit ihrer zarten Statur und der ungewöhnlich gedrehten, aber überaus lieblichen Pose, ist die wohl reizvollste Skulptur im Œuvre Max Klingers. Sie zieht den Betrachter in eine aktive Rolle hinein und lädt ihn zum aktiven Umschreiten der Figur ein, denn erst dann offenbaren sich die Details der feinen Ausarbeitung des wohlproportionierten Körpers. Mit der Erlaubnis Max Klingers fertigt die Berliner Bildgießerei H. Gladenbeck & Sohn von der lebensgroßen Marmorfigur ab etwa 1902 verschiedene Reduktionen in vier Größen an. Den Vertrieb übernimmt die Leipziger Firma C. B. Lorck. Die Auflagenhöhen dieser Bronzen sind unbekannt, jedoch ist vor allem die große Variante mit 101 cm Höhe sehr selten auf dem Kunstmarkt zu finden. – Geringfügige Bereibungs- und Oxydationsspuren, vereinzelte minimale Kratzerchen, insgesamt in guter Erhaltung.