Details

Hejlskov-Larsen M 482.

Provenienz:
Galerie Michael Werner, Köln, verso mit dem Galerieetikett;
Galerie Fred Jahn, München, dort vom jetzigen Besitzer 1981 erworben;
Privatbesitz, München.

Beschreibung

Per Kirkeby ist ein zeitgenössischer Universalgelehrter. Als Naturwissenschaftler unternahm er bereits in den 1950er Jahren eine Grönlandexpedition und erforschte geologische Strukturen. Die dort gewonnenen Einsichten zur Sedimentation, zur Verdichtung von Gestein, bilden später den Kern seines malerischen Gestaltens. Kirkebys Motive schweben zwischen Figuration und Abstraktion und haben die Natur zum Vorbild, da auch sie durch eine Art von Sedimentation entstehen. Feinste Farbschichten überlagern, verdichten sich und werden zum Bildgegenstand. Was aufgrund seiner gestisch-expressiven Anmutung auf den ersten Blick spontan entstanden und dem Situativen verhaftet zu sein scheint, ist in Wirklichkeit das Ergebnis gründlicher Reflektion. Die beiden Pole hierbei sind Natur und Kultur, die historischen Sagen und Erzählungen sind stets präsent, davon zeugen häufig Kirkebys präzise Titel. So greift der Maler mit „Radames“ die Figur des ägyptischen Heerführers aus Verdis Oper „Aida“ auf. Das Abbild eines Ägypters findet sich dort nicht, jedoch verdichten sich in der Bildmitte blaugraue Farbtöne, die von beiden Seiten von schwarzen Farbfeldern bedrängt werden. Durchaus kann in dieser Bedrängnis die Konfliktlage des „Radames“ gesehen werden, der sich zwischen der Liebe zu Aida und der Loyalität zu seinem Pharao entscheiden muss.