Wilhelm von Bemmel

Capriccio mit Grotten und orientalischen Reitern vor antiken

Beschreibung

Das Gemälde wird von Wolf Eiermann unter der Nummer V.29 in den Nachtrag seines Werkverzeichnisses aufgenommen. Es zählt zur kleinen und sehr gesuchten Gruppe der Grottencapriccios aus den 1690er Jahren. Die Figuren stammen von der Hand seines Sohnes Johann Georg. Zu sehen sind türkische Reiter, die in eine unterirdische Höhlenwelt eingedrungen sind, die sich als eine teils künstlich gemauerte Doppelhalle darstellt. Durch zwei große Öffnungen wird draußen die Küstenlandschaft in ihrer ganzen Weite sichtbar. Dass die orientalischen Reiter vor dem Standbild einer antiken Göttin Halt gemacht haben, um den Ausführungen ihres Führers zu lauschen, weist auf einen Diskurs zwischen der Welt der Antike bzw. des christlichen Abendlandes und der vordringenden östlichen Kultur in Mitteleuropa hin, deren Ausbreitung in der Realität freilich durch den Sieg über die Türken vor Wien (1683) und die Schlacht von Belgrad (1688) gestoppt war. – Alt auf eine Presspappe doubliert. Mit Craquelé und einzelnen kleineren Retuschen sowie einer Bereibung unterhalb des Rahmenfalzes.
Mit einer schriftlichen Expertise von Dr. Wolf Eiermann vom Oktober 2010.