Paul Kleinschmidt

Le Pont de Trinquetaille bei Arles.

Details

Oil on canvas. (19)29. C. 100 : 80 cm. Initialed and dated lower left. Framed.

Beschreibung

Lipps-Kant 112.
Das Gemälde ist auch unter den Namen „Brücke bei Arles“, „Arles-bridge“ und „Bridge in Arles“ bekannt. Unten den expressiven Malern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat Kleinschmidt eine absolute Sonderstellung. Denn diesen spezifischen, üppigen, fast barocken Stil und diese unverwechselbare Farbpalette gibt es bei keinem anderen Maler. Von den berühmten Lehrern, bei denen er studierte oder mit denen er sich auseinandersetzte u.a. Adolf Menzel, Peter Halm, Anton von Werner, Lovis Corinth und Heinrich von Zügel, ist nur der Einfluss der beiden Letztgenannten nachvollziehbar. In dem breitangelegten, spontanen Pinselstrich äußerst sich nicht zuletzt ein ähnlich überschäumendes malerischen Temperament. Ansonsten steht natürlich auch van Gogh im Hintergrund. Dessen ‚Brücke von Arles‘ mag Kleinschmidt vor Augen gestanden haben, als er das Brücken-Motiv wählte – wenn es sich auch um eine ganz andere Brücke handelt. „Le Pont de Trinquetaille bei Arles“ betreffend, ist es besonders aufschlussreich, die Vorzeichnung, das hier vorliegende erste ausgeführte Ölgemälde und die Radierung zu vergleichen. Vor Ort arbeitete Kleinschmidt mit dem Zimmermannsbleistift, was ihm ein schnelles Arbeiten in einem kräftigen Strich ermöglichte, der selbst eine fast malerische Wirkung erzielt. Wesentliche Elemente dieser Zeichnung sind genau übernommen, lediglich die Binnenzeichnung ist in dem Gemälde detaillierter ausgeführt. Auch der ‚Seemannsgang‘ des Matrosen ist praktisch identisch. Der zweite Mann geht wohl auf eine andere Vorzeichnung zurück, ebenso wie die auf der Radierung eingeführte dritte Person. Überhaupt ist die Radierung nicht nur seitenverkehrt, sondern zeigt einen anderen Beobachtungsmoment und eine reduziertere und zugleich weichere Linienführung.
Doubliert. Stellenweise mit schwachem Craquelée.
Ausstellungen: Van Diemen-Lilienfeld Galleries, New York, 1959 Kat. Nr. 8; Paul Kleinschmidt zum 100. Geburtstag, Galerie der Stadt Stuttgart und Ostdeutsche Galerie Regensburg, Stuttgart 1983, Kat.Nr. 30 – verso auf dem Keilrahmen mit einem Etikett von Stuttgart; ACA Galleries, New York – rückseitig auf dem Keilrahmen mit einem Etikett.
Provenienz: Sammlung Erich Cohn, New York (ab dem Frühjahr 1930); Richard A. Cohn, New York – verso auf dem Rahmen mit einem Etikett.