Pablo Picasso

Le Repas frugal

Details

Baer 2 II b 2 (von c).

Description

“Le Repas frugal” gilt als Picassos erste große Arbeit als Drucker – und war doch erst seine zweite Radierung. Entstanden im September 1904, als Picasso gerade mal 22 Jahre alt ist, zeigt die Druckgraphik das außergewöhnliche Talent des Künstlers für diese Technik. Picasso wird nie formal zum Drucker ausgebildet. Seine ersten Drucke entstehen mit Hilfe seines Freundes, des Künstlers Ricard Canals. Für die vorliegende Arbeit schabt er eine alte Zinkplatte ab, die der spanische Künstler Joan Gonzáles, Picassos Mitbewohner im Atelier Bateau Lavoir in Paris, zuvor für eine Landschaftskomposition benutzt hat. Reste der alten Radierung in Form von schwebenden Grasbüscheln sind noch hinter dem Kopf und der Schulter der Frau erkennbar.
Bei “Le Repas frugal” handelt es sich um die einzige Druckgraphik, die zur Blauen Periode des Künstlers gezählt wird. Charakteristisch für diese Schaffensphase sind die melancholische Stimmung, das Sujet der Armut sowie die manieristische Art, die Körper, Hände und Gesten darzustellen. Picasso lässt vom bekannten Pariser Drucker Auguste Delâtre eine Auflage von etwa 30 Abzügen drucken. Doch verläuft der Verkauf nur schleppend. 1911 kauft Ambroise Vollard die Druckplatte, zusammen mit vierzehn weiteren Platten des Künstlers mit hauptsächlich Zirkusthemen. 1913 lässt Vollard die Platten verstählen und bei Louis Fort auf Van Gelder Zonen Velin in einer unsignierten Auflage von 250 Exemplaren drucken – nur sehr wenige Blätter wurden von Picasso spontan signiert. Dieser Folge von fünfzehn thematisch lose verbundenen Radierungen, geschaffen in Paris zwischen 1904 und 1905, wurde als “Suite des Saltimbanques” (Folge der Gaukler) bekannt. Was diese Druckgraphiken verbindet, ist ihre erstaunliche Eleganz und Sparsamkeit der radierten Linie. – Am oberen Rand mit fast blattbreiter Papierrestaurierung. Der untere Rand leicht unregelmäßig und mit kaum merklichen Lichtrand. Altersgemäß in sehr gutem Zustand.