George Grosz

Illustrationen zur USA-Reise recto-verso

Details

Provenienz:
Nachlass des Künstlers, verso mit dem Stempel und der Nummer 1/176/7;
durch Erbfolge an den jetzigen Besitzer, Privatbesitz, USA.

Description

Die vorliegenden Zeichnungen, die vom Künstler kommentierte Szenen zeigen, geben die Eindrücke des Künstlers während der Reise nach Amerika wieder und sollen seine Söhne auf das neue Land vorbereiten. Im Mittelpunkt hält Grosz den großen Dampfer “Stuttgart” fest, auf dessen Reling die gesamte Familie Grosz steht und ihrer neuen Heimat entgegenblickt. Nach seiner Biographie verlässt Grosz zusammen mit seiner Frau Eva am 12. Januar von Bremerhaven aus Deutschland und kommt am 23. Januar 1933 in New York an. Seine Söhne Peter (geb. 1926) und Martin (geb. 1930) folgen im Oktober. Der segelnde Lotse links vom Dampfer lenkt das große Schiff in den sicheren Hafen. Rechts davon gibt der Künstler einen Leuchtturm wieder, dessen Wärter sich mit einem Boot zum Kauf von Lebensmitteln und Tabak aufmacht. Die neu Ankommenden werden lautstark von einer schwimmenden Boje begrüßt und blicken links oben auf die Skyline New Yorks mit aufgehender Sonne. Auf der Überfahrt begegnen Grosz viele unterschiedliche Fische wie z.B. die “Schellfisch Emma” oder der “Sägefisch Otto”, die Grosz im unteren Bildteil in bunten Farben comicartig wiedergibt. Die Rückseite der Zeichnung zeigt eine Szene mit Cowboy und “Santa Fee”-Bahn, durch die Grosz seinem Sohn Martin Geburtstagsgrüße übersendet. Zusätzlich fordert er Peter auf, seinen jüngeren Sohn Martin, genannt Marty, alles vorzulesen und zu fragen, welche weiteren Zeichnungen er ihnen schicken soll. Auf der anderen Bildseite ist in gedrehter Ansicht ein italienischer Eismann in New York dargestellt, der den Jungen für 5 Cent Eis und Bonbons anbietet. Die letzte Szene gibt die Hochbahn New Yorks mit parkenden und fahrenden Autos wieder.
Grosz dokumentiert mit diesen Zeichnungen den Aufbruch in die neue spannende Welt. Ziel war es, seinen Söhnen die neue Heimat kindgerecht vorzustellen und ihnen wohl auch etwas die Angst vor dem Neuen zu nehmen. Das Werk darf neben seiner künstlerischen Vielfalt auch als wichtiges Zeitdokument gewertet werden. – Mit Falt- und Knickspuren und Gebrauch- und Handhabungsspuren. Verso Reste alter Montage. Sonst farbfrisch und in guter Erhaltung.