Details

Ausstellung:
“Gabriele Münter, Murnau to Stockholm (1908-1917)”, Leonard Hutton Galleries, New York 22.11-30.12.1961, Kat.-Nr. 3.
Provenienz:
Nachlass der Künstlerin; Leonard Hutton Galleries, New York; dort vom jetzigen Besitzer in den frühen 1970er Jahren erworben; Privatsammlung, Süddeutschland.

Description

Schon bei ihrem ersten Studienaufenthalt im Herbst 1908 verliebte sich die Künstlerin in den kleinen Ort Murnau. Das Dorf, seine Straßen und seine Bauten wurden immer wieder zur Inspirationsquelle. Auch dieses Gemälde zeigt ein charakteristisches, idyllisches Bauernhaus der Region, mit Satteldach, grünen Fensterläden und Geranien in den Blumenkästen vor den Fenstern. Hier am Staffelsee fand Münter 1908 zu ihrer charakteristischen Malweise. Ihr Malstil veränderte sich von einer pastosen, raschen Spachtelmalerei zu einem dünnen Farbauftrag mit trockenem Pinsel, der stellenweise die Malunterlage durchscheinen lässt, so wie hier auch der bräunliche Malkarton durch die breiten, horizontalen Pinselstriche der Wiese im Vordergrund durchschimmert. Die Klarheit der großflächigen Vorgebirgslandschaft, deren Farben durch den Föhneinfluss noch verstärkt werden, bringt die Palette der Künstlerin zum Leuchten. Hintergrund und Vordergrund erscheinen in der gleichen Farbintensität, die Lichtquelle ist nicht mehr klar definiert. Stattdessen scheinen die Farben aus sich heraus zu glühen. – Wenige Retuschen. Unter der Rahmung kurze vertikale Risse in der Malschicht am unteren Rand. Wenige Oberflächenkratzer. Allgemein in sehr schönem Zustand.