Auktion 285 | 05.12.2018 11:00 Uhr | Moderne Kunst

Lovis Corinth | Walchensee

Lovis Corinth: Walchensee

Los 525

  • Ergebnis:  22.500*

Lovis Corinth

1858 Tapiau/Ostpreußen – Zandvoort 1925

Walchensee

Aquarell auf cremefarbenem Velin. (1923). Ca. 25 x 31,5 cm. Signiert unten links.

Details

Mit einer Fotoexpertise von Professor Dr. Hans-Jürgen Imiela, Mainz, vom 18.9.1990.

Ausstellung: 
Lovis Corinth. Die Bilder vom Walchensee, Ostdeutsche Galerie, Regensburg/Kunsthalle, Bremen 1986, Kat.-Nr. 117, mit Abb. S. 207;
Max Liebermann. Lovis Corinth, Kunstsalon Franke, Baden-Baden 1990, Kat.-Nr. 44, mit Abb.

Provenienz: Sammlung Prof. Dr. Curt Glaser, Berlin;
Wohl Max Perl, Berlin 18./19.5.1933, Los 751;
Galerie Koch, Hannover; 
Kunstsalon Franke, Baden-Baden, vom derzeitigen Besitzer 1990 dort erworben;
Privatbesitz, Rheinland.

Beschreibung

Nach einem ersten Besuch am Walchensee im Jahr 1918 fasst das Ehepaar Corinth den Beschluss, dort ein eigenes Haus zu bauen. Es ist in kommenden Jahren der alljährliche Sommersitz der Familie. Fern vom Berliner Trubel kann Corinth sich hier ganz seiner Malerei widmen. Er findet inhaltlich und stilistisch zu einer neuen Vereinfachung und Intensivierung, zu einer ungewöhnlichen Modernität in der Auffassung und Farbgebung. Hans-Jürgen Imiela schreibt 1990 in seiner Expertise: „Neben seinen Gemälden hat Lovis Corinth am Walchensee, zumeist von seinem Anwesen in Urfeld aus, eine Reihe von Aquarellen geschaffen, die zu den souveränsten Zeugnissen für den Umgang mit dieser malerischen Technik gehören. Dort am Walchensee hat Corinth seit 1918 zu dem Darstellungsbereich „Landschaft“ gefunden.“ Das Aquarell stammt aus der Sammlung des Kunsthistorikers, Kunstsammlers und Mediziners Prof. Dr. Curt Glaser, der ab 1927 Direktor der Staatlichen Kunstbibliothek Berlin war. Mit Machtantritt der Nationalsozialisten 1933 wird Curt Glaser aufgrund seiner jüdischen Abstammung zum Verfolgten und zwangspensioniert. Er geht im Juni 1933 mit seiner Ehefrau ins Exil. Über die Zwischenstationen Frankreich, Schweiz, Italien und Kuba gelangt er schließlich nach New York, wo er 1943 stirbt. Kurz vor seiner Emigration aus Deutschland lässt er in zwei Auktionen im Mai 1933 große Teile seiner umfassenden Kunst- und Graphiksammlung und seiner Wohnungseinrichtung sowie seine Kunstbibliothek bei Max Perl in Berlin versteigern. Der derzeitige Besitzer des Aquarells hat entschieden, sich mit den Erben Glasers zu einigen und so dem Geist des Washingtoner Abkommens zu entsprechen. Das Werk ist nun, nach der vertraglichen Einigung, von etwaigen Restitutionsansprüchen befreit. – Oberer Rand minimal unregelmäßig. Innerhalb des alten Passepartoutausschnitts kaum merklich gebräunt. Verso an den Ecken Reste alter Montierung. Von schöner Erhaltung.

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