Auktion 235 | 03.12.2010 15:30 Uhr | Moderne und Zeitgenössische Kunst – Ausgewählte Werke

Hermann Max Pechstein | „Vor dem Gewitter“ (Weg vom Gut Kose zum Koser See).

Hermann Max Pechstein: „Vor dem Gewitter“ (Weg vom Gut Kose zum Koser See).

Los 426

  • Ergebnis:  60.000*
  • Auktionsinfo

    03. Dezember 2010
    Moderne und Zeitgenössische Kunst

Hermann Max Pechstein

1881 Zwickau – Berlin 1955

„Vor dem Gewitter“ (Weg vom Gut Kose zum Koser See).

Öl auf Leinwand. 1942. Ca. 81 : 101 cm. Unten rechts signiert und datiert, verso betitelt, nochmals signiert und mit der Adresse des Künstlers bezeichnet. Gerahmt.

Details

Before the Storm. Oil on canvas. 1942. C. 81 : 101 cm. Signed and dated lower right, inscribed with the title, signed and with the artist’s address on the reverse. Framed.

Beschreibung

Die Kriegsjahre verbrachte Pechstein abgeschieden in einer Art „innerer Emigration“ abwechselnd in Berlin, Leba und in Pommern auf dem Land. Hier malte er Landschaften, die auf den ersten Blick harmlos und unverdächtig erscheinen. Im Titel jedoch zeigt sich die Zweideutigkeit dieser Landschaft. Die sonnige Idylle wird in Kürze durch Naturgewalten aufgebrochen werden. Auch Pechsteins Leben war zu diesem Zeitpunkt in einer prekären, instabilen Lage. Als „entarteter“ Künstler gebrandmarkt, konnte er nur im Verborgenen malen. Dies wird symbolisch auch im dargestellten Weg rechts vorne deutlich, der abreißt und sich dann als viel schmalerer Pfad im Hintergrund fortsetzt. So muss der Künstler auch seine Laufbahn als Maler empfunden haben: zwischen den zwei Weltkriegen ein äußerst erfolgreicher Künstler wurde seine Karriere jäh beendet, als er 1933 mit Malverbot belegt wurde. Dies führte zu einer krassen Änderung seiner Themenwelt. Jetzt wandte er sich unverfänglichen Porträts und Landschaften zu, behielt jedoch dabei seine Vorliebe für starke Farben bei. Gleich in mehreren Varianten hielt er diese vertraute Ansicht fest. – Vereinzelt Retuschen, fast ausschließlich im Himmel. Leichte Craquelébildung. Allgemein sehr schön erhalten. Mit einer Fotoexpertise von Max K. Pechstein, datiert Hamburg 1998 (Pechstein las die Datierung als 1941). Das Werk wird in das sich in Vorbereitung befindliche Werksverzeichnis der Gemälde Pechsteins aufgenommen. Wir danken Frau Dr. Soika für ihre Unterstützung bei der Katalogisierung dieses Gemäldes. Provenienz: Fischer Luzern, Auktion 26.11.-2.12.1968; Privatsammlung, Rheinland 1972; Privatsammlung, Frankfurt am Main; Villa Grisebach, Auktion 63, Berlin 5.6.1998, Los 45; Privatsammlung, Hessen.

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