Auktion 294 | 05.12.2019 18:00 Uhr | Ausgewählte Werke | TEIL I (Moderne & Zeitgenössische Kunst)

Carl Buchheister | „Silbergrundbild“

Carl Buchheister: „Silbergrundbild“
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Carl Buchheister: „Silbergrundbild“

Los 644

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Carl Buchheister

1890 – Hannover – 1964

„Silbergrundbild“

Öl und Silberbronze auf Sperrholz. (19)27. Ca. 101 x 101 cm. Verso zweifach signiert, datiert, betitelt und bezeichnet. Verso farbige Pinselabstriche und Farbproben.

Details

Buchheister/Kemp 9/1927.

Literatur: La Motte, Manfred de (Hrsg.), Carl Buchheister 1890-1964, Bonn 1977 (Galerie Hennemann, Taschenbuch Nr. 14).

Ausstellungen:
Große Berliner Kunstausstellung, Berlin 1927, Kat.-Nr. 50;
Herbstausstellung Hannoverscher Künstler, Kunstverein Hannover, 1928, verso mit Etikettresten;
Galerie Jean Chauvelin, Paris 1971, Kat.-Nr. 7;
Bilder, Gouachen und Zeichnungen 1923-1959, Galerie Teufel, Köln 1971;
Retrospektive über das Gesamtwerk, Städtische Kunstsammlungen Ludwigshafen u.a. 1975, Kat.-Nr. 15, S. 107;
Kunstverein Hannover, 1976;
Bilder, Collagen, Gouachen, Zeichnungen, Galerie Hennemann, Bonn 1977;
Galerie Teufel, Köln 1979;
Abstrakte Arbeiten, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, 1984, Kat.-Nr. 14;
Abstrakte Arbeiten, Galerie Brockstedt, Hamburg 1984;
Avantgarde der 20er und 30er Jahre, Galerie Stolz, Köln 1985 („Premieren ’85“ der Kölner Galerien), verso mit dem Etikett;
Arbeiten der Jahre 1923 bis 1934, Galerie Stolz, Köln 1985/86;
Galerie Stolz, Köln 1990.

Provenienz: Privatsammlung, München.

Beschreibung

In seinen frühen, noch rein figurativen Arbeiten setzt sich Buchheister meist allegorisch mit den Kriegserlebnissen auseinander. Doch schon bald wird sein Stil nüchterner und zeigt Anklänge der Neuen Sachlichkeit. 1923, in einer plötzlichen Wendung – mit Zügen einer Konversion – verschreibt Buchheister sich ganz der abstrakten Kunst. Seine künstlerische Entwicklung mündet ab 1925 und bis 1934 in seine konstruktiv-geometrische Stilperiode. Ab 1926 setzt er für seine Bildgestaltung vermehrt Kreisformen, Dreiecke und Quadrate ein. Im gleichen Jahr hat er seine erste Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie „Der Sturm“ in Berlin. Kurz darauf schafft er den künstlerischen, wenn auch nicht finanziellen, Durchbruch und gründet 1927 zusammen mit Kurt Schwitters und anderen die Künstlergruppe „die abstrakten hannover“. „Aus dem magischen Fundus seiner inneren Speicher malte er vielfältige Lyrik“, so schrieb Otto Piene 1997 über seinen Künstlerkollegen. Diese Lyrik entfaltet sich in dem vorliegenden Werk schon durch den silbernen Untergrund, der den tanzenden Kreisen auf den strengen horizontalen und vertikalen Rechtecken eine Leichtigkeit, aber auch Feierlichkeit, gibt. Mit dem formalen Mittel geometrischer Figuren, die auf der Bildfläche schweben, drückt Buchheister so subjektive, aber universal geltende Stimmungen und Erfahrungen aus. – Fest im Künstlerrahmen montiert. Zur Katalogisierung nicht ausgerahmt.

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