Auktion 241 | 09.12.2011 15:30 Uhr | Moderne und Zeitgenössische Kunst

Gabriele Münter | Pietà.

Gabriele Münter: Pietà.

Los 541R

  • Ergebnis:  48.800*
  • Auktionsinfo

    9. Dezember 2011
    Moderne und Zeitgenössische Kunst

Gabriele Münter

1877 Berlin – Murnau 1962

Pietà.

Öl auf Karton. (Um 1909). Ca. 49 : 37 cm.
Gerahmt.

Details

Das Werk wird in das von der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung herausgegebene Werkverzeichnis der Gemälde von Gabriele Münter aufgenommen.
Ausstellung: „Von der Brücke zum Blauen Reiter: Farbe, Form und Ausdruck in der deutschen Kunst von 1905 bis 1914“, Museum am Ostwall, Dortmund 15.9.-15.12.1996; „Den Blick als Frau gerichtet: Margret Bilger – Gabriele Münter – Paula Modersohn-Becker“, Museum moderner Kunst, Passau 03.07.-29.08.2004; „Der Blaue Reiter. Die Befreiung der Farbe“, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen 11.11.2003-29.2.2004, Kat.-Nr. 143, mit Farbabb. S. 170; „Le virtù della passione“, Palazzo Magnani, Reggio Emilia, 6.7.-30.9.2007, Kat.-Nr. 3, mit Abb.
Provenienz: Privatsammlung Süddeutschland.

Beschreibung

Religiöse Motive waren für die Künstler des Blauen Reiters von großer Bedeutung: nicht zuletzt war es ein Bild des Heiligen Georg, das den Einband des Almanachs schmückte. Auch Münter wandte sich schon früh religiösen Themen zu. Dabei entdeckte sie in Murnau die volkstümliche Hinterglasmalerei, die vor allen Dingen aus dem Repertoire der Heiligen und anderer religiöser Motive schöpfte. Diese Pietà ist auch im engen Zusammenhang mit dieser Volkskunst zu verstehen. Wahrscheinlich entstand dieses Werk als Stillleben im Haus der Malerin, aufgestellt auf einer Tischecke mit grüner Tischdecke. Als Himmel diente möglicherweise der rosafarbene Vorhang in ihrem Wohnraum. Wohl von einer volkstümlichen Skulptur ausgehend malt Münter hier die Mutter Gottes als stark abstrahierte Frauengestalt im traditionellen blauen Gewand, die ihren Sohn in ihrem Schoß hält. Doch ist die Figur Jesus’ kaum mehr als solche zu erkennen: sie ist nur noch eine dunkle Silhouette, eine leblose Hülle, die sich auf den Boden ergießt. Generell werden auch der rosafarbene Himmel, der Berg im Hintergrund und der Baum, der sich wie ein Schirm über die Figuren stülpt, zu fast einfarbigen Flächen, wie sie auch in der Hinterglasmalerei zu finden sind. Theosophisch gesehen steht „Schwarz für Materie niederen Ranges, und die Szene wäre als Akt der Bedrohung des Weiblichen Wesens zu lesen …“ (Riedl, zitiert in „Der Blau Reiter“, Ausstellungskatalog 1996, S. 165). Möglicherweise spielt Münter hier auch auf ihre schwierige Beziehung zu Kandinsky an. – Oberfläche an den Rändern etwas brüchig und mit kleinen Farbverlusten. Allgemein in gutem Zustand.

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