Auktion 259 | 04.12.2014 15:30 Uhr | Ausgewählte Werke Moderne Kunst / Kunst nach 1945 / Zeitgenössische Kunst

Arman (Armand Fernandez) | Ohne Titel (Statue découpée).

Arman (Armand Fernandez): Ohne Titel (Statue découpée).

Los 616

  • Ergebnis:  33.800*
  • Auktionsinfo

    4. Dezember 2014

    Moderne Kunst / Kunst nach 1945 / Zeitgenössische Kunst
    Ausgewählte Werke

     

     

Arman (Armand Fernandez)

1928 Nizza – New York 2005

Ohne Titel (Statue découpée).

Öl und dekupierte Statuette auf Holzplatte. 1962. Ca. 60 : 93 cm. Signiert und datiert unten rechts. Gerahmt.

Details

Durand-Ruel, Vol II, Nr. 252.
Provenienz: Von Gunter Sachs direkt vom Künstler erworben;
Sammlung Gunter Sachs.

Beschreibung

Ende der 1950er Jahre befindet sich die Pariser Kunstszene in einer großen Auf- und Umbruchstimmung: Die abstrakte Kunst steckt in einer tiefen Krise und die junge Künstlergeneration sucht nach neuen Ausdrucksformen, um den Einflüssen der Massenmedien, der Industrialisierung und des Großstadtlebens zu begegnen. Vor diesem Hintergrund gründen sich 1960 die Nouveaux Réalistes als programmatische Vereinigung rund um den Kunstkritiker Pierre Restany. Zur Gruppe zählt auch der Künstler Arman, der seit 1961 vor allem durch seine sogenannten „colères“ (Wutanfälle) von sich reden macht: Gegenstände des Alltags werden zertrümmert und die Einzelteile anschließend zu neuen Kompositionen auf der Leinwand zusammengefügt. Wie von der Künstlergruppe proklamiert, geht es auch in Armans Assemblagen um eine „neue Annäherung der Wahrnehmungsfähigkeit an das Reale.“ Die „Statue découpée“ geht über den spontanen Akt der Zerstörung hinaus, indem die Demontage des Gegenstandes sehr präzise ausgeführt wird. Eine horizontal dekupierte Bronzestatuette liefert die Bausteine der Komposition auf tiefschwarzem Bildgrund. Aber erst auf den zweiten Blick werden die Fragmente der Figur, wie etwa ein Teil des Kopfes oder ein verstreuter einzelner Arm, erkennbar. Vielmehr ist es die pyramidenförmige, vertikal rhythmisierende Anordnung der Bronzeteile, welche die Gesamtästhetik der Assemblage bestimmen. Die Schwere des massiven Bronzegusses wird in der Zerstörung völlig aufgehoben. Die einzelnen Fragmente decken den sonst unsichtbaren Hohlraum der Statuette auf und werden zu Silhouetten einer schwebend leichten Gesamtkomposition. Als Gunter Sachs Ende der 1950er Jahre nach Paris zieht, ist er fasziniert vom avantgardistischen Kunstleben der Metropole: „Damals zog ich nach Paris und die Kunststadt schlug mich in ihren Bann.“ Regelmäßig verkehrt er in der Brasserie Coupole auf dem Montparnasse, dem „zweiten Wohnzimmer“ von Yves Klein und Arman. Das Künstlercafé wird zu einem „point de contact d´art et d´ami“, wie Sachs es beschreibt: Er knüpft enge freundschaftliche Beziehungen zu den Nouveaux Réalistes, gleichzeitig wird durch diese Begegnungen seine Sammlerleidenschaft geweckt. Die in diesen Jahren entstandene „Pariser Sammlung“ gilt als Grundstock der Sammlung Gunter Sachs. Die „Statue découpée“ gehört zu einer wichtigen Gruppe von Arbeiten, die Sachs in den Jahren 1960 bis 1962 direkt im Atelier des Künstlerfreundes erwarb.

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