Auktion 232 | 11.06.2010 15:30 Uhr | Moderne und Zeitgenössische Kunst

Günther Uecker | „Lichtscheibe“.

Günther Uecker: „Lichtscheibe“.

Los 1038

  • Ergebnis:  137.500*
  • Auktionsinfo

    11. Juni 2010
    Moderne und Zeitgenössische Kunst

Günther Uecker

1930 Wendorf/Mecklenburg

„Lichtscheibe“.

Öl über Nagelung auf Leinwand auf Spanplatte. 1967. Ca. 90 : 90 : 11 cm. Verso auf der Platte signiert, datiert und betitelt.

Details

Light Disc. Oil and nails on canvas laid down on chipboard.1967. C. 90 : 90 : 11 cm. Signed, dated and inscribed with the title on the reverse.

Beschreibung

Mit der Gruppe ZERO, der er 1961 beitritt, wird die Auseinandersetzung mit Licht, Bewegung und Zeit ein wichtiger Teil von Ueckers Schaffen. So entstehen in den 1960er Jahren einige „Lichtscheiben“, die, seitlich angestrahlt, langsam rotieren können. Auch das vorliegende Werk ist prinzipiell als rotierendes Objekt denkbar, entfaltet seine archaische Kraft aber am besten bei der Aufhängung an der Wand. Von den Seiten zum Zentrum hin nimmt die Größe der Nägel, die Uecker in die weiße Scheibe hineingetrieben hat, kontinuierlich zu; die mittleren ragen acht Zentimeter weit aus ihr heraus und lassen an Waffen, an Folterwerkzeuge, an die Nägel der Kreuzigung denken. Ihr Abstand zueinander ist dabei, wie immer, durch die Breite des Fingers bestimmt, der den Nagel hält. Dem Aggressionspotential des Materials entspricht der Kraftakt der Herstellung; häufig sind die Nägel in Ueckers Bildern in einer einzigen, kathartischen Aktion eingeschlagen. Gleichzeitig hat dieses Einschlagen in seiner repetitiven Handlungsweise einen meditativen Charakter. Dieser wird durch das Rund der Scheibe verstärkt: Es gibt in diesem Objekt kein Oben und kein Unten, jedem Teil kommt kompositionell die gleiche Bedeutung zu. In ihrer Ausdruckskraft spiegelt die „Lichtscheibe“ den revolutionären Geist ihrer Zeit, den Geist der oft handgreiflichen Auflehnung, wie er sich auch in der eben beginnenden Studentenbewegung niederschlug. – Mit zwei kleinen, fachmännisch restaurierten Farbausbrüchen. Verso auf einem Etikett vom Künstler mit Anleitung für die Montierung sowie mit sechs Schrauben und einer Leiste für die Anbringung alternativ als Wand- und als rotierendes Objekt. Provenienz: Privatbesitz, Nordrhein-Westfalen; direkt beim Künstler erworben.

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