Auktion 289 | 05.06.2019 16:00 Uhr | Moderne Kunst

Alfred Wickenburg | Landschaft bei Wiesbach

Alfred Wickenburg: Landschaft bei Wiesbach
Alfred Wickenburg: Landschaft bei Wiesbach
Alfred Wickenburg: Landschaft bei Wiesbach

Los 520

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Alfred Wickenburg

1885 Bad Gleichenberg – Graz 1978

Landschaft bei Wiesbach

Öl auf Leinwand, doubliert. (1931). Ca. 125,5 x 75 cm.

Details

Rychlik Ö 83 (falsche Abbildung); Beck GE 92.

Ausstellung: Sezession, Graz 1931, Kat.-Nr. 219 (dort mit dem Titel „Mondlandschaft bei Graz“);
Galerie Brandstätter, Wien 1977, Kat.-Nr. 14 (dort mit dem Titel „Landschaft mit Mond“);
Alfred Wickenburg 1885-1978. Gedächtnisausstellung Gemälde, Künstlerhaus Graz, 1982, Kat.-Nr. 34 (dort mit dem Titel „Parklandschaft“);
Klassische Moderne, Galerie Magnet, Völkermarkt 2005, mit Abb.

Provenienz: Ehemals Sammlung Johannes Wickenburg;
Privatbesitz, Österreich;
Galerie Magnet, Völkermarkt;
Institutionelle Sammlung, Wien.

Beschreibung

Der aus der Steiermark stammende Alfred Wickenburg beginnt sein Studium 1904 in München an der privaten Malschule des Slowenen Anton Ažbe, 1906 wechselt er zu Jean Paul Laurens an die Académie Julian in Paris. 1910 zieht Wickenburg nach Stuttgart und studiert bei Adolf Hölzel (Kompositionsklasse) und Christian Landenberger (Malklasse) an der Akademie. Im sogenannten „Expressionisten-Saal“, den sein Lehrer Hölzel 1914 auf der großen Stuttgarter Ausstellung des Verbandes der Kunstfreunde kuratiert, stellt Wickenburg neben Baumeister, Itten, Schlemmer und weiteren jungen Künstlern aus. Ab 1918 arbeitet Wickenburg als freischaffender Künstler, Anfang der 1920er Jahre lebt er in Italien. Nach seiner Rückkehr in die Steiermark 1923 begründet er gemeinsam mit Wilhelm Thöny die Grazer Sezession. Als deren langjähriger Vizepräsident trägt Wickenburg wesentlich zum internationalen Erfolg dieser Kunstvereinigung bei. Aufgrund seiner avantgardistischen Werke verliert Wickenburg jedoch 1932 seine Anstellung als Zeichenlehrer, im Jahr darauf wird er wegen einer Madonnendarstellung öffentlich angegriffen. Doch diese Krise, die auch die Sezession erfasste, ist bereits 1934 überstanden. Wickenburg erhält eine Professur für Landschafts- und Stilllebenmalerei an der Landeskunstschule und wird zum Präsidenten der Sezession ernannt. 1936 nimmt Wickenburg an der Biennale in Venedig teil, 1937 an der Weltausstellung in Paris. Im selben Jahr wird er Assistent an der Landesfreskoschule in Graz. Während der Zeit des Nationalsozialismus wird Wickenburgs Kunst als „entartet“ diffamiert. Die Sezession wird aufgelöst, er verliert seine Lehrstelle und die von ihm ausgeführten Fresken im Arbeiterkammersaal in Graz werden übermalt. An Ausstellungen ist Wickenburg nur noch mit angepassten Gemälden beteiligt, kritische Inhalte kann er lediglich verdeckt in seinen Werken vermitteln. Nach Kriegsende wird die Sezession Graz mit Wickenburg als Präsident neu gegründet, zudem übernimmt er die Leitung der Freskoklasse in der Ortweinschule. Wickenburg gilt als führende Gestalt der Moderne in der Steiermark. Er wird Mitglied der Wiener Secession und des Art-Clubs, der sich aktiv für jüngere Künstlerinnen und Künstler einsetzt und dessen leitendem Komitee er 1949/50 angehört. Viermal ist er auf der Biennale in Venedig vertreten (1934, 1936, 1950 und 1958), internationale Einzel- und Gruppenausstellungen zeigen seine Werke in Berlin, Paris, New York, Bern, Rom und London. Wickenburg erhält zahlreiche Ehrungen, 1951 wird er Jurymitglied für den österreichischen Staatspreis, 1952 österreichischer Delegierter bei der UNESCO in Venedig, 1957 wird er in den Österreichischen Kunstsenat berufen und 1973 zu dessen Ehrenmitglied ernannt. 1972 erhält der Künstler den Würdigungspreis des Landes Steiermark für bildende Künste. Alfred Wickenburg ist bis zu seinem Lebensende 1978 aktiv künstlerisch tätig.

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