Max Liebermann | Landschaft an der Ostsee mit Kirchhof. Bühnenbildentwurf zu

Max Liebermann: Landschaft an der Ostsee mit Kirchhof. Bühnenbildentwurf zu

Los 995N

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    Max Liebermann

    1847 – Berlin – 1935

    Landschaft an der Ostsee mit Kirchhof. Bühnenbildentwurf zu

    Gerhard Hauptmanns Drama „Gabriel Schillings Flucht“, Akt III. Öl auf Malkarton. (1912). Ca. 65 : 81 cm. Signiert unten rechts. Gerahmt.

    Details

    Baltic Sea landscape with churchyard. Design for a stage setting for Gerhard Hauptmanns‘ drama „Gabriel Schillings Flucht“, Act III. Oil on cardboard. (1912). C. 65 : 81 cm. Signed lower right. Framed.
    With this stage design, Liebermann has created an atmospheric setting with dunes and churchyard, as suggested by the description in the 3rd act, in which Hauptmann states that the sea behind the hills are to appear „(…) as a deep blue wall. Above this the lighter blue of the cloudless sky (…)” (Gerhard Hauptmann: Dramen. Sämtliche Werke. Bd. II, Frankfurt/Berlin). The present stage setting with its changing back walls was later rejected in favour of a three-dimensional structure.

    Beschreibung

    Eberle 1912/8. Bei dieser, in Max Liebermanns Oeuvre so einzigartig dastehenden Arbeit, handelt es sich um einen Entwurf für einen Bühnenprospekt von Gerhard Hauptmanns Drama „Gabriel Schillings Flucht“ von 1912. Im Sommer des Jahres sollte das Stück im Lauchstädter Schauspielhaus (erbaut von J. W. v. Goethe 1802) zu einer einmaligen Aufführung gelangen. Liebermann entwirft für die Handlung, die auf Hiddensee spielt, die Bühnenbilder für die Darstellung des Ostseestrands und des Kirchhofs. Die Premiere des Stücks fand unter Anwesenheit Max Liebermanns sowie zahlreicher Künstlerkollegen am 14. Juni 1912 statt. Vor der Premiere entschied man sich jedoch um, und es wurden keine vom Schnürboden herabgesenkten Prospekte, wie es Liebermann vorgesehen hatte, verwendet, sondern man entschied sich nach Liebermanns Entwürfen ein dreidimensionales Bühnenbild zu bauen. In einem lockeren, freien Duktus entwirft der Künstler eine atmosphärische Darstellung der Dünenlandschaft mit Kirchhof und folgte damit der Beschreibung der Szenerie des 3. Aktes, in der Gerhard Hauptmann festhielt, dass die See hinter den Hügeln „(…) als tiefblaue Wand. Darüber das hellere Blau des wolkenlosen Himmels (…)“ zu stehen habe (Gerhard Hauptmann: Dramen. Sämtliche Werke. Bd. II, Frankfurt/Berlin). Andere Vorgaben variiert der Künstler jedoch frei. Der Betrachter blickt von einem erhöhten Standpunkt aus in den ummauerten baltischen Friedhof hinein. Dabei vernachlässigt Liebermann die vom Dichter intendierte und für den Prospekt notwendige fluchtende Tiefenperspektive und fügt stattdessen als einfachen und wirkungsvollen Kontrast zur horizontal gelagerten Meereskulisse aufragende Laubbäume hinzu. Der Malkarton ist fest auf den Keilrahmen aufgelegt. Im oberen Drittel des Himmels mit zwei kleineren Retuschen, sowie mit vereinzelter Oberflächenbereibung an den Kanten durch die Rahmung. Ansonsten in sehr gutem Gesamtzustand. Literatur: „Vermischtes“. In: Kunstchronik, N.F., Jg. XXIII, Nr. 23, 1912,.S. 368; Kunst und Künstler, Jg. XI, 1913, S. 380; Erich Hancke, Max Liebermann. Sein Leben und seine Werke, Berlin 1914, S. 546 „Entwürfe zu den Dekorationen zu Hauptmanns Gabriel Schillings Flucht. Ausstellungen: Luzern 1946 (Galerie Fischer), Auktion Schmid-Paganini 26.10.1946, Nr. 1284 mit Abb. Tafel 16; St. Gallen 1948 (Kunstmuseum St. Gallen), Max Liebermann, Nr. 151. Provenienz: Max Liebermann, Berlin 1914; Sammlung Schmid-Paganini (bis 1946); Auktion Fischer, Luzern (Oktober 1946); Privatsammlung Schweiz.

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